Grußworte

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Rede zur Verabschiedung von Herrn Pfarrer Gunther Seibold am 22. Dezember 2019 in Neuffen

Sehr geehrter Herr Pfarrer Seibold, lieber Gunther, liebe Familie Seibold,
sehr geehrte Vertreter der Kirchen,
liebe Mitglieder des Kirchengemeinderates,
verehrte Anwesende,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

als so ziemlich genau vor acht Jahren der Vorgänger von Pfarrer Seibold, Herr Pfarrer Souchon, verabschiedet wurde, begann eine Serie, die nicht nur mir unheimlich wurde. Nach Herrn Souchon kamen innerhalb von wenigen Monaten auf evangelischer Seite Pfarrer Wenzelmann und Diakon Häußermann, sowie auf katholischer Seite Pastoralreferent Martins und Pfarrer Jopp dazu. Innerhalb von zwei Jahren im Amt durfte ich also fünf maßgebliche Personen in den beiden Kirchen verabschieden. Mancher im Städtle hatte schon den Verdacht geäußert, das hätte was mit meiner Person zu tun gehabt und ich gehöre ins Guinness-Buch der Rekorde. Dem war aber im wahrsten Sinne des Wortes Gott sei Dank nicht so. Es waren damals rein private Gründe bzw. Pensionierungen der Beteiligten, die den Verabschiedungen zu Grunde lagen.

Aus also gegebenem und durchaus nachvollziehbarem Anlass hege ich heute zunächst mal den Wunsch, dass mit der Verabschiedung von Gunter Seibold die damalige Serie nicht wieder Einzug hält. Also, an alle, die noch im Amt sind, bitte noch ein paar Jahre bleiben. Mir jedenfalls und Ihren Kirchengemeinden ebenfalls wäre es sehr recht.

Abschied ist immer eine ernste Angelegenheit. Der direkt Betroffene lässt ein Stück seiner Lebensaufgabe zurück, vielleicht sogar ein Teil seines Herzens. Die indirekt davon Betroffenen, in Deinem Fall, lieber Gunther, Deine Kollegin Frau Rahlenbeck sowie die Jugendreferentin Frau Goller, der Kirchengemeinderat, Deine Gemeindemitglieder und insbesondere die Stadt Neuffen wissen von Deinen Leistungen und lassen Dich ungern scheiden, wenngleich wir Dir natürlich Dein neues berufliches Tätigkeitsfeld sehr gönnen.

Lieber Gunther, nach einem ¾ Jahr Vakanz fand Deine Investitur hier an dieser Stelle am 16. September 2012 statt. Ich wollte Dich damals mit einem Gutschein für freies Parken in Neuffen willkommen heißen, damit Du ohne Parkplatznöte Deine Hausbesuche machen könntest. Dann warst Du mir gerade noch rechtzeitig mit Deiner Ankündigung, Neuffen mit dem Fahrrad erkunden zu wollen, dazwischen gekommen. Wenn wir uns anlässlich von Gratulationen bei unseren Altersjubilaren in deren Wohnungen getroffen haben, warst Du in der Tat mit dem Fahrrad und ich mit dem Auto unterwegs. Ich war dann meistens vor Dir da. Auf der Rückfahrt, die wir dann zeitgleich angetreten hatten, Du mit dem Fahrrad aber in der Tat schneller zurück in Deinem Pfarramt als ich in meinem Rathaus. Kein Wunder, geht es doch von allen Seiten bergab in unsere Stadtmitte.

Statt dem Parkgutschein hattest Du dann von mir für die Stadt zwei Bücher über Neuffen bekommen über die Geschichte von unserem Städtle und zum Vergleich der Gegenwart mit der Vergangenheit. Ich hatte Dir ein schnelles Einleben gewünscht und Erfolg bei Deiner Arbeit. Beides ist sehr schnell eingetreten. Ich hatte Dir auch angekündigt, dass Dir Deine neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger das Ankommen leicht machen würden, was ich zu Beginn meiner Amtszeit ebenfalls erfahren durfte.

Und noch etwas ist eingetreten. Ich hatte Dir neben den beiden Büchern ja auch persönlich von mir eine DVD-Sammlung von „Don Camillo und Pepone“ überreicht. Dies verbunden mit dem inständigen Wunsch, dass wir Beide die Geschichte unserer Film-Kollegen nicht zwingend in die Tat umsetzen müssen. Ich darf Dir bestätigen, dass unsere gemeinsamen etwas über 7 Jahre geprägt waren von konstruktiver Zusammenarbeit und gegenseitiger Wertschätzung. Zwischen Pfarrhaus und Rathaus gab es immer einen kurzen Dienstweg und einen kurzen Draht, was ich mir dann natürlich auch für Deine Nachfolgerein respektive Deinen Nachfolger wünsche.

Ich denke, in all den Jahren Deines Wirkens hier in Neuffen hat Dein Herz für Deine Kirchengemeinde, geschlagen. Lieber Herr Pfarrer Seibold, lieber Gunther, ich sage Dir persönlich, im Namen des gesamten Gemeinderates Neuffen, des Rathauses, aber insbesondere im Namen Deiner Mitbürgerinnen und Mitbürger einfach Danke für Deine Arbeit hier in Neuffen. Du hast Deinen Beruf aus der Berufung heraus überzeugend, mit viel Liebe und Geduld hier gelebt. Ich hoffe deshalb, dass Du uns nicht ganz aus den Augen verlierst und Du sehr gerne nicht nur an Dein schönes Neuffen zurückdenkst, sondern wir uns ab und zu hier auch mal sehen werden. Unseren Hohenneuffen auf jeden Fall siehst Du ja auch von Bernhausen aus, Deiner neuen Wirkungsstätte.

An dem Geschenk, das Dir schon überreicht wurde, hat sich die Stadt ja ebenfalls beteiligt. Als zusätzliche Erinnerung habe ich Dir als Abschiedsgeschenk unsere Neuffener Armbanduhr mitgebracht. Sie soll Dir nicht sagen, was die Stunde geschlagen hat, sondern Dich immer an Deine Zeit hier in Neuffen erinnern.

Verehrte Kirchengemeinde, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in diesem Jahr blicken wir in vielfältiger Weise auf die letzten beiden Weltkriege zurück. Der Erste endete vor 101 Jahren und wurde mit Recht die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ genannt. Die zivilisierte Welt fiel in Abgründe. Doch damit nicht genug: 25 Jahre nach dem Ersten begann nach dem Hitler-Stalin-Pakt vor jetzt 80 Jahren der Zweite Weltkrieg, der Schrecken und Gewalt ins Unfassbare steigerte.

Bereits 74 Jahre sind seit dem letzten Kriegsende vergangen. Der Zweite Weltkrieg wirft aber einen langen Schatten. Er ist ein ferner, doch kein abgeschlossener Teil unserer Vergangenheit. Die Erfahrung seiner Schrecken gehört zu unserer nationalen Identität und prägt auch das Selbstbild unserer Nachbarstaaten. Die europäische Einigung entsprang dem festen Willen, das Zeitalter der Kriege zu überwinden und dauerhaften Frieden auf unserem Kontinent zu sichern. Um den Erfolg dieser Politik beneiden uns viele.

Leider herrscht auch heute kein Frieden auf der Welt. Als der kalte Krieg zwischen Ost und West zu Ende ging, dachten wir, dass nun endlich Friede sei. Doch kaum war das neue Millennium angebrochen, musste sich die Welt mit einer anderen Art von Konflikt, dem Terrorismus auseinandersetzen. So leisten heute immer noch tausende Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an der Seite verbündeter Streitkräfte einen gefährlichen Dienst im Ausland. Viele Bundeswehrangehörige haben dabei ihr Leben verloren. Unser Gedenken am Volkstrauertag gilt deshalb auch diesen Opfern und unsere Gedanken sind bei ihren Familien. Die Trauer der Angehörigen um die durch Krieg und Gewalt ums Leben gekommenen Menschen war in der Vergangenheit und ist auch heute unermesslich und überall in der Welt gleich.

Mitgefühl ist eine menschliche Errungenschaft. Sie setzt das Vermögen voraus, die Gefühle der anderen, ihre Trauer und ihren Schmerz anzuerkennen und sich hineinzudenken. Sie macht nicht an den nationalen Grenzen Halt und führt zu der Einsicht, dass die Menschen über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg durch gemeinsame Werte, Rechte und Pflichten, Sehnsüchte und Ängste miteinander verbunden sind. Ganz gleich, ob sie in Europa oder in einem anderen Kontinent leben. Ob sie Zeitgenossen sind oder Angehörige einer vergangenen Epoche. Wir können uns nicht von den Opfern der Kriege und Gewaltherrschaft lossagen.

Solche Gedenktage wie der heutige Volkstrauertag machen uns erneut bewusst, welche Geschichte uns geprägt hat. Und sie lassen uns die Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft klarer erkennen. Der Blick zurück kann unsere Aufmerksamkeit schärfen und uns warnen, was kommen kann, wenn wir unachtsam werden. Durch solche Gedenkfeiern geraten die Kriegsgräber im In- und Ausland wieder stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das ist gut so, denn sie können uns eine Ahnung von dem massenhaften Leid vermitteln, welches der Krieg über die Menschen bringt und das Leben von Generationen beeinflusst.

Über 70 Jahre Kriegsende, das sind auch Jahrzehnte seit dem Beginn der deutschen Teilung, die Familien, Freunde, ja ganze Gemeinden auseinander riss. Der Osten Europas, der bis 1990 vom Sowjetkommunismus beherrscht wurde, konnte erst mit dem Fall der Berliner Mauer, zu dem wir vor einer Woche das 30-jährige Jubiläum feiern durften, zusammenwachsen und am europäischen Integrationsprozess teilhaben. Mit dem Sieg von Freiheit und Demokratie in den weitgehend friedlichen Umbrüchen vor 30 Jahren begann ein neues Zeitalter für Europa. Indem wir an diejenigen erinnern, denen diese universellen Werte nicht zuteilwurden, unterstreichen wir ihre Bedeutung als ein hohes und schützenswertes Gut. Hierin sehe ich eine unserer vordringlichsten Aufgaben, nicht nur am Volkstrauertag.

Liebe Blutspenderinnen, liebe Blutspender,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,

sich freiwillig für die Gesellschaft und für seine Mitmenschen zu engagieren ist keine Selbstverständlichkeit. Dabei begegnen uns jeden Tag viele verschiedene Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren. Sie haben sich dafür entschieden, Ihr Blut für Ihre Mitmenschen zu spenden. Eine lebenswichtige und auch spannende Aufgabe, Leben von anderen zu retten, haben Sie sich auf die Fahne geschrieben.

Jeder von uns kann sehr schnell in die Situation kommen, Spenderblut zu benötigen. Dennoch sind es insgesamt zu wenige, die dafür auch einen persönlichen Beitrag leisten. Sie alle miteinander bilden hiervon die löbliche Ausnahme. Daher möchte ich auch in diesem Jahr Ihr bürgerschaftliches Handeln im Namen der Stadt Neuffen anerkennen und Ihnen nachher die entsprechenden Auszeichnungen verleihen.

Täglich werden rund 1.800 Blutspenden in Baden-Württemberg angefordert. Nur durch tägliche Blutspendenaktionen ist es überhaupt möglich, die Blutpräparate für Patienten bereitzustellen. Mein Dank geht deshalb heute auch an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei den Spendeterminen und allen weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK.

Blut ist etwas Lebendiges und kann durch nichts ersetzt werden. Ein flüssiges Organ, das mit seinen vielen Funktionen täglich kleine Wunder vollbringt. Angetrieben durch das Herz als Pumpstation nimmt es auf der unablässigen Reise durch unseren Körper seine vielfältigen Funktionen wahr. Wie z. B. den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, die Abwehr von Krankheitserregern und den Wärmetransport.

Liebe Blutspenderinnen und Blutspender, mit Ihrer Spende helfen Sie Menschen in Not. Menschen, die Sie nicht kennen und ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten oder irgendwelche Bedingungen zu stellen. Dafür meine Anerkennung und meinen höchsten Respekt. Ich bin sicher, dass Sie ein Vorbild für andere sind und damit viel inspirieren können. Mit Ihrer guten Tat können Sie ruhig ein wenig angeben. So können Sie möglichst viele Menschen dazu motivieren, es Ihnen gleich zu tun und ebenfalls zu Blutspenderinnen und Blutspendern zu werden.

Im Ehrungszeitrum seit letztem Jahr sind insgesamt 9 Personen auszuzeichnen. 5 Personen für 10 Blutspenden, 2 Personen für 25 Blutspenden und 2 Personen für sage und schreibe 50 Blutspenden. Mit den nun vorzunehmenden Ehrungen darf ich mich bedanken und Ihnen allen eine schöne Adventszeit wünschen. Und bleiben Sie dem Blutspenden weiterhin treu.

Lieber Jörg Döpper, liebe Familie Döpper,
meine Damen und Herren des Gemeinderates Neuffen,
liebe Kollegen vom Ortschaftsrat Kappishäusern,
Herr Bundestagsabgeordneter Michael Hennrich,
Herr Kollege a. D. Erich Hartmann als Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuffen AG,
Frau CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Conny Jathe,
sehr geehrte Vertreter der Verwaltung von Rathaus und Stadtwerke,
die Presse darf ich ebenfalls herzlich begrüßen.

Wir haben Sie zu dem heutigen Festabend eingeladen, um Ihrem und unserem Mitbürger Jörg Döpper die Bürgermedaille zu verleihen. Sie, liebe Gäste, bilden mit Ihrer Anwesenheit nicht nur den würdigen Rahmen des heutigen Abends. Sie würdigen mit Ihrer Anwesenheit auch die Leistungen von Herrn Döpper, die ihn ab heute Abend zum Träger der Neuffener Bürgermedaille machen. Dafür Ihnen allen meinen herzlichen Dank.

Die beiden Solisten Oliver Erb und Dr. Lars Bücherl haben uns mit einem ersten Stück schon auf den heutigen Festabend eingestimmt. Ganz herzlichen Dank für die wirklich tolle Gesangsdarbietung. Wir werden Ihnen nachher sehr gerne noch zu weiteren Stücken aufmerksame Zuhörer sein, das darf ich Ihnen bereits jetzt schon versprechen.

Lieber Jörg, im zuständigen Ehrungsausschuss der Stadt Neuffen, der über die Verleihung der Bürgermedaille bestimmt, gab es ob Deines ehrenamtlichen Wirkens für Dein Neuffen keine langen Überlegungen oder gar Diskussionen, sondern ein eindeutiges und einstimmiges JA, das Dir die heutige Auszeichnung ohne Wenn und Aber zusteht. Im Namen Deiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, im Namen des gesamten Gemeinderates und meiner Verwaltung darf ich mich bei Dir ganz herzlich für Deinen Einsatz im Dienste des Ehrenamtes bedanken. In diesen Dank darf ich selbstverständlich Deine Ehefrau Christa mit einbeziehen, die ob Deines ehrenamtlichen Wirkens sehr oft daheim auf den Ehemann hat verzichten müssen.

Lieber Jörg, Du warst 35 Jahre Stadtrat und hast Dich nach der diesjährigen Kommunalwahl in den kommunalpolitischen Ruhestand verabschiedet. Hast in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats im Juli einfach gesagt „Ich bin dann mal weg“. Du hast über 35 Jahre ein Amt ausgeübt, das im Laufe der Jahre nicht leichter geworden war. Aber trotz aller Anstrengungen, die so ein Ratsmandat mit sich bringt, weiß ich, dass Dir die Tätigkeit auch Freude und Zufriedenheit gebracht hat.

Kommunalpolitik bedeutet oftmals ein langsames aber starkes Durchbohren von dicken und teilweise auch harten Brettern. Und es gehört ebenfalls zur Kommunalpolitik, dass man nicht mit allen Ideen und Vorschlägen durchkommt. Manchmal sind die Bretter eben doch härter als die Bohrer. Rückschläge hast auch Du sportlich hingenommen, ein beharrliches Weiterbohren war Deine Devise. Und das war auch gut so.

Aber Du warst über die 35 Jahre nicht nur Stadtrat, sondern die letzten 30 Jahre davon Stellvertreter des Bürgermeisters. Davon die letzten 8 ½ Jahre von mir und davor die ganzen Jahre von meinem Vorgänger Wolfgang Schmidt, den ich jetzt an dieser Stelle ganz besonders begrüßen darf.

Ich möchte zunächst besonders Deinen enormen zeitlichen Einsatz für unser Städtle hervorheben. Neben der Teilnahme an den Gemeinderats- und sonstigen Sitzungen nimmt die Vorbereitung hierauf ja schließlich auch einen breiten Raum ein. Und nicht zuletzt erwarten unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass sich ihre Mandatsträger Zeit für sie und ihre Anliegen nehmen. Selbstverständlich benötigt man da im Einzelfall auch mal ein dickes Fell und ein hohes Maß an Frustrationstoleranz. Denn, diese politische Binsenweisheit war und ist auch Dir nicht unbekannt, man kann es eben nicht allen recht machen.

Dein Einsatz verdient aber auch schon deshalb Respekt, als Angehörige der kommunalen Gremien üblicherweise zu der Sorte Menschen gehören, die sich auch in anderer Weise bürgerschaftlich engagieren. Auch für Dich gilt die Devise: „wen der liebe Gott einmal bei der Arbeit erwischt hat, dem schickt er ständig neue Aufgaben.“

So auch bei Dir. Du warst ehrenamtlich sowohl in Deiner Kirche, aber auch in Deinem Turnerbund engagiert. Du warst Mitglied im Kirchengemeinderat und dabei auch 2. Vorsitzender der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael. Außerdem warst Du im Dekanatsrat sowie im Geschäftsführenden Ausschuss des Dekanats Esslingen. Du warst beim TB Jugendtrainer. Acht Jahre hast Du die E-Jugend trainiert. Euer und Dein größter Erfolg war der 1. Platz bei einem internationalen Turnier in Holland. Und wenn mir meine Informanten nicht falsch berichtet haben, so befindet sich in den Reihen des aktuellen Gemeinderats der eine oder andere, der unter Deinen Fittichen nicht nur den Handballsport entdeckt hat, sondern bei dem genannten Turnier ebenfalls aktiv dabei war. Seit über 10 Jahren bist Du Vorsitzender des Vereins Heilstätte Haus Burgwald und damit verantwortlich für die REHA-Klinik in Mühltal bei Darmstadt.

Die Liste Deiner ehrenamtlichen Tätigkeiten auf der Vereinsebene ließe sich noch beliebig und lange fortsetzen. Ich komme aber wieder zurück zu Deinem Städtle Neuffen. Du hast nicht nur als Stadtrat und Stellvertreter des Bürgermeisters sehr viel bewirkt. Neuffen und seine Bürgerschaft konnten sich glücklich schätzen, dass Du lange Jahre im Landtag unsere Interessen vertreten hast und dabei natürlich auch das Eine oder andere aus der Landeshauptstadt mitbringen konntest. Hauptsächlich hat Neuffen durch Deine Unterstützung die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm gefunden und so konnten in den Jahren Deines Wirkens unzählige Millionen Euro Landesmittel in Neuffen investiert werden. Aber nicht nur durch die Stadt in öffentlichen Gebäuden und Plätzen oder der Stadtumfahrung. Auch die Bürgerschaft, die in den Sanierungsgebieten ihre Gebäude und Anwesen grundlegend saniert haben, ist nicht zuletzt durch Dich in den Genuss recht großzügiger Zuschüsse gekommen.

Ich selbst habe Dich als Landtagsabgeordneten auch noch erleben dürfen, wenngleich es im Jahr 2011 lediglich nur noch ein paar Monate waren. Du warst nach Stuttgart zur Landesregierung hin der beste Türöffner, den man sich nur wünschen konnte. Aber auch nach Deiner aktiven Zeit in Stuttgart sind Deine Kontakte dorthin nicht abgerissen und haben uns bis heute begleitet.

Liebe Gäste, es braucht Bürgerinnen und Bürger wie unser taufrischer Träger der Neuffener Bürgermedaille. Bürgerinnen bzw. Bürger wie Jörg Döpper, über den es über das von mir Gesagte hinaus ganz sicher noch viel mehr zu erzählen gibt. Das, was Jörg Döpper für seine und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger geleistet hat, ist aller Ehren, ist ohne den leisesten Zweifel die Bürgermedaille der Stadt Neuffen wert.

Und damit darf ich Dich, lieber Jörg, zusammen mit Deiner Christa zu mir bitten um Dir die Bürgermedaille mit der zugehörigen Urkunde überreichen zu dürfen. Danach geht es musikalisch weiter mit Oliver Erb als Solist mit „My Way“ und Dr. Lars Bücherl mit „Time to say Goodby“, wie beide Lieder passender gar nicht sein könnten. Dann gehört das Rednerpult Dir, lieber Jörg. Und nach den Grußworten einzelner Gäste hören wir vom Gesangsduo noch das Duett „Als braver Mann“. Danach darf ich Sie alle schon jetzt recht herzlich zu unserem Ständerling zu Ehren des Geehrten einladen.

Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates,
lieber Herr Freudenberg,
liebe Gäste.

Einen Kollegen unter uns verabschieden wir heute, der nicht nach der vergangenen Wahlperiode ausgeschieden ist, aber auch nicht warten will bis 2024 zur nächsten Kommunalwahl, sondern sein Mandat mit dem heutigen Tag doch schon kurz nach der Wahl wieder niedergelegt hat.

Dietmar Freudenberg bereicherte seit nunmehr ein wenig über 10 Jahren nicht nur den Gemeinderat, sondern war von seinem Wissen her mit den Voraussetzungen ausgestattet, auch dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuffen AG mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Aber insbesondere als Vorsitzender vom AK Asyl war er ein freiwilliger Helfer der Verwaltung und hat zusammen mit Kollegin Angelika Doster in unzähligen Stunden dafür gesorgt, dass die Eingliederung der Flüchtlinge in Neuffen nahezu reibungslos vonstattengegangen ist.

Heute wird in Unternehmen viel von „Anerkennungskultur“ gesprochen. Kollege Dietmar Freudenberg hat vorgemacht, wie dies geht. Er zeichnete sich ganz besonders dadurch aus, dass er immer auch die Leistungen und Meinungen unserer Verwaltungsmitarbeiter würdigte, wenn er im Rathaus zu tun hatte. Unsere Vorstadt, sein Kappishäusern hat er als Ortsvorsteher, aber natürlich auch als Stadtrat hier in dieser Runde immer vehement vertreten, wenn es um Entscheidungen über unseren Stadtteil ging. Aber auch immer gewusst, wie weit man den Bogen für Kappishäusern spannen kann, ohne dass er zu zerreißen drohte.

Herausstellen kann und darf ich für Sie, lieber Herr Freudenberg, dass auch Sie sich als ehrenamtlich tätiger Kommunalpolitiker unter Hintenanstellen persönlicher Interessen für das Allgemeinwohl engagiert haben. Sie haben sich auf das besonders aufwändige Feld der örtlichen Politik begeben und viel Ihrer Freizeit geopfert. Wenn andere ihren privaten Hobbies und Vergnügen nachgegangen sind, haben Sie an Beratungen teilgenommen, sei es gerade in den letzten anderthalb Jahren als Vorsitzender in Ihrer Fraktion, die gesamte letzte Wahlperiode im Aufsichtsrat der Stadtwerke, aber insbesondere hier im Gemeinderat. Sie haben sich für das Wohl unserer gesamten Stadt eingesetzt und viele wichtige Entscheidungen der letzten Jahre mitgetragen. Sie haben sich für wegweisende Projekte stark gemacht. Ich fasse es einfach zusammen: womit unsere Stadt und insbesondere Ihr Kappishäusern heute punkten kann, daran haben auch Sie maßgeblich mitgewirkt.

Lieber Herr Freudenberg, die Armbanduhr der Stadt Neuffen, die ich Ihnen als kleines Dankeschön überreichen darf, soll Sie an Ihr Wirken in diesem Gremium erinnern. Und damit es nicht ganz so trocken abgeht, gibt es zusätzlich pro Wahlperiode noch eine Flasche unseres Neuffener Weines. Wenn ich richtig gerechnet habe, wären dies 2 an der Zahl.

Für Ihr Engagement im Gemeinsinn bedanke ich mich heute im Namen aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, im Namen Ihrer bisherigen Ratskolleginnen und -kollegen, aber auch persönlich bei Ihnen ganz herzlich. Für die Zukunft und das kommunalpolitische Rentnerdasein wünschen wir Ihnen alle alles Gute.

Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates,
lieber Alt-Bürgermeister Wolfgang Schmidt,
sehr geehrter Herr Sandrock für die Presse,
liebe Gäste.

Wir haben uns heute Abend zur Schlusssitzung dieses Gemeinderates eingefunden. Mit dem heutigen Tag nimmt nachher aber auch der neue Rat der Stadt Neuffen seine Arbeit für die kommenden fünf Jahre auf.

20 ehrenamtliche Ratsmitglieder werde ich nachher auf ihr kommunalpolitisches Amt verpflichten. Der neue Rat wird seine ersten Aufgaben erledigen. Meine Stellvertreter sowie den Ortsvorsteher samt Stellvertreter für Kappishäusern wählen. Aber auch die einzelnen Fachausschüsse und diverse Gremien mit Stadträtinnen und Stadträten besetzen.

Unter dem jetzt aufgerufenen Tagesordnungspunkt steht nun allerdings zuerst mal der gute Brauch im Vordergrund, diese Sitzung für Dankesworte einschließlich der Verabschiedung ausscheidender Stadträte zu nutzen.

5 Ratsmitglieder sind es, die, wenn sie heute den Ratssaal verlassen, sagen könnten: „Ich bin dann mal weg“.

• Jörg Döpper,
• Werner Mönch,
• Florian Moll,
• Ralf Nuffer und
• Dietmar Staiger.

Was sagt man nun als Bürgermeister, der Ratsmitglieder verabschiedet? Wie schätzt man deren Arbeit ein?

Als Erstes: Unsere Demokratie ist ein Geschenk – dass wir gemeinsam im Gemeinderat arbeiten dürfen, ist ein Geschenk unserer Demokratie. Und unsere politische Arbeit im Rat ist ein wichtiger Schritt, um unsere Demokratie zu würdigen. Die Ehre und Wertschätzung dieses Ehrenamtes werden Ihr Begleiter sein, auch über den heutigen Tag hinaus.

Sie alle haben ein Amt ausgeübt, das im Laufe der Jahre nicht leichter geworden ist. Trotz aller Anstrengungen, die so ein Ratsmandat mit sich bringt, hoffe ich aber, dass Ihnen Ihre Tätigkeit auch Freude und Zufriedenheit gebracht hat. Kommunalpolitik bedeutet oftmals ein langsames aber starkes Durchbohren von dicken und teilweise auch harten Brettern. Und das Ganze mit Leidenschaft aber auch mit Augenmaß zugleich.

Herausstellen kann und darf ich auf jeden Fall für Alle, und damit nicht nur für die uns Verlassenden, dass Sie sich als ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker unter Hintenanstellen persönlicher Interessen für das Allgemeinwohl engagiert haben und die weiterhin Aktiven dies auch in Zukunft tun werden.

Sie Alle sind irgendwann in die Kommunalpolitik gegangen, um etwas zu bewegen. Sie haben Verantwortung übernommen und Sie haben für die Gemeinschaft in Neuffen gewirkt. Es verdient Respekt, Dank und Anerkennung. Und ich denke, die Kommunalpolitik gibt einem auch etwas zurück. Es ist auch eine schöne Aufgabe und bereitet Freude, gestaltend im eigenen Umfeld tätig zu sein. Zu sehen, wie sich durch eigenes Zutun Dinge positiv entwickeln.

Kommunalpolitik, das ist nicht bloß Politik im Kleinen, sie hat vielmehr großes Gewicht. In Berlin und Stuttgart wird medienwirksam beschlossen und wir vor Ort müssen oftmals die Suppe auslöffeln, obwohl wir häufig genug im Vorfeld solcher Entscheidungen auf Unzulänglichkeiten und Ungereimtheiten für den Fall der örtlichen Umsetzung hingewiesen haben. Das kommt leider allzu oft vor.

Aber ich sehe viel lieber die positiven Wirkungen unseres Tuns in diesem Ratssaal im Vordergrund. Das, was hier an dieser Stelle beschlossen und danach umgesetzt wird, ist sicht- und spürbar. Die Entscheidungen, die im Gemeinderat gefällt werden, sie betreffen unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger direkt und unmittelbar. Jeder Einzelne merkt es privat, in der Familie, in seinem Verein, im Betrieb. Im Gegensatz zu Landtags- und Bundestagsabgeordneten werden Sie als Kommunalpolitiker ganz schnell mit den Folgen Ihres Tuns und Handelns konfrontiert.

Liebe, ich sage jetzt schon mal Ehemalige. Sie haben über die Jahre mit viel Elan und Sachkenntnis für Ihre Vorstellungen und Ziele gefochten und dabei sowohl den Weitblick, aber auch den Sinn für das Machbare bewiesen. Und sich für die Dinge eingesetzt, die Ihnen am Herzen lagen. Es gehört auch zur Kommunalpolitik dazu, nicht mit allen Vorschlägen und Ideen durchzukommen. Manchmal sind die Bretter eben doch härter als die Bohrer. Rückschläge sind dann sportlich zu nehmen, ein beharrliches Weiterbohren ist die Devise.

Besonders hervorheben möchte ich all Ihren enormen zeitlichen Einsatz für unser Städtle. Neben der Teilnahme an den Gemeinderats- und Ausschusssitzungen nimmt die Vorbereitung hierauf ja schließlich auch einen breiten Raum ein. Und nicht zuletzt erwarten unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass Sie sich Zeit für Gespräche und deren Anliegen nehmen. Selbstverständlich benötigt man dann im Einzelfall auch mal ein dickes Fell sowie ein hohes Maß an Frustrationstoleranz. Denn, diese politische Binsenweisheit ist ja hinlänglich bekannt, man kann es eben nicht Allen Recht machen.

Ihr Einsatz verdient auch schon deshalb Respekt, als üblicherweise Angehörige der kommunalen Gremien zu der Sorte Menschen gehören, die sich auch in anderer Weise bürgerschaftlich engagieren. So ist dies auch bei Ihnen. Auch für Sie gilt die Devise: „wen der liebe Gott einmal bei der Arbeit erwischt hat, dem schickt er ständig neue Aufgaben.“

Es sind in der Tat jetzt ausschließlich Kollegen, die uns heute verlassen, ist mir bei der Vorbereitung der Sitzung aufgefallen. Die Kolleginnen halten uns weiterhin die Treue. Ganz im Gegenteil sind mit der Kommunalwahl ja weitere zwei Frauen hinzugekommen. Mit nunmehr sechs an der Zahl wohl ein Rekord für Neuffen und auch vorbildlich für andere, weil auch in den Kommunen um uns herum bisher nicht erreicht.

5 Jahre Stadtrat waren Florian Moll und Dietmar Staiger, 10 Jahre Ralf Nuffer, 20 Jahre Werner Mönch Ratsvertreter der Stadt Neuffen. Und seit sage und schreibe 35 Jahren treibt es Jörg Döpper als Stadtrat in Neuffen um. Da kann man wahrlich von einem kommunalpolitischen Urgestein sprechen. Zumal er von seinen 35 Jahren die Mehrzahl an Jahren so ganz nebenbei auch noch Stellvertretender Bürgermeister war.

Die Armbanduhr der Stadt Neuffen, die ich Euch als kleines Dankeschön schon auf den Tisch gelegt habe, soll Euch nicht zeigen, was die Stunde geschlagen hat. Sondern Euch an Eure alte Wirkungsstätte hier erinnern. Und damit es nicht ganz so trocken abgeht, bekommt Ihr zusätzlich pro angefangene Wahlperiode noch Geschenke in flüssiger Form, die ebenfalls schon auf Euren Plätzen liegen und Kollege Jörg Döpper einen Gutschein zur Ausübung seines Hobbies. Aber auch den städtischen Regenschirm darf ich Euch gleich noch mit meiner Dankesurkunde überreichen. Ihr seht, wir lassen Euch auch nach Eurer aktiven Zeit nicht im Regen stehen.

Ich habe Euch kennengelernt, dass Ihr Eure Meinung hier ohne Wenn und Aber und ohne Fraktionszwang, manches Mal dann auch gegen die Intentionen Eurer Parteifreunde, offen vertreten habt. Und das war auch gut so.

Lieber Florian, lieber Dietmar, es war bis jetzt Eure einzigste Wahlperiode hier im Gemeinderat, in den Ihr vor fünf Jahren eingezogen seid. Beruflich bedingt hast Du, Dietmar, Dich nicht mehr in der Lage gesehen, dieses Amt für Deine Kappiser Bürgerschaft so auszuüben, wie es erwartet wird. Dies verdient besonderen Respekt und Würdigung. Ein herzliches Dankeschön für Dein Wirken hier am Ratstisch. Bei Dir, Florian, hat der Wähler nun eben anders entschieden, was aber in keinster Weise als Niederlage anzusehen ist. Ich bin mir recht sicher, dass wir Dich auch hier irgendwann wieder am Ratstisch sehen werden. Auf jeden Fall auch Dir ein ganz herzliches Dankeschön für Deine Arbeit.

Ralf „Gino“ Nuffer, auch Dir ist es nicht leicht gefallen, Dich für Deine Freien Wähler nicht mehr aufstellen zu lassen. Aber auch bei Dir waren es ausschließlich die beruflichen Gründe, die Dich zu diesem Entschluss aufzuhören bewogen haben. Aber Du wirst uns über Deinen VfB Neuffen auf jeden Fall erhalten bleiben und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja doch auch hier in diesem Raum mal wieder. Ein Dankeschön auch für Dich und für die Zukunft alles Gute Dir und Deiner Familie.

Werner Mönch hat maßgeblich nicht nur hier einfach so am Ratstisch Platz genommen, er war die letzten beiden Wahlperioden auch einer meiner Stellvertreter. Und nicht nur als Stadtrat war auf ihn Verlass, auch wenn er mal für mich irgendwo einspringen musste, genügte meist ein Anruf und Werner war zur Stelle. Sein Rückzug aus dem Ratssaal hier ist ebenfalls beruflich bedingt.

35 Jahre, das bedeutet zunächst, dass Jörg Döpper unseren legendären Dieter Reiss abgelöst hat, der es „nur“ auf 34 Jahre gebracht hatte. 1984 in den Gemeinderat eingezogen, hast Du, lieber Jörg, mit Kurt Schmid, Wolfgang Schmidt und mir drei Bürgermeister erlebt. Als mein erster Stellvertreter haben wir von Anfang an ein vertrauensvolles und mit der Zeit entwickeltes freundschaftliches Miteinander gelebt, auf das ich sehr stolz bin. Du hast nicht nur als Stadtrat sehr viel für Neuffen bewirkt. Neuffen konnte sich froh und glücklich schätzen, dass Du lange Jahre im Landtag in Stuttgart unsere Interessen vehement vertreten hast und dabei natürlich auch das Eine oder Andere für Neuffen aus Stuttgart rausschlagen und mitbringen konntest. Aber auch als Kreisrat hast Du in Esslingen unsere Belange wahrgenommen. Wenn auch nicht für Deine Partei, so bin ich im Landkreis Esslingen vor 5 Jahren gerne in Deine Fußstapfen gestiegen und habe auf Wunsch unserer Bürgerschaft Dein Mandat im Kreistag übernommen und führe dies auch in den nächsten 5 Jahren weiter.

Deine einzelnen Verdienste für Neuffen anhand von Einzelobjekten aufzuzählen, da würden wir morgen früh noch hier sitzen. Ich persönlich bedauere es sehr, Dich nicht mehr im Rat zu haben und insbesondere auf Dich nicht mehr als Stellvertreter zurückgreifen zu können. Aber auch wir Beide werden unverändert freundschaftlich miteinander verbunden bleiben. Ich sage Dir einfach nur ein herzliches Dankeschön für unsere gemeinsamen acht Jahre hier im Neuffener Rathaus.

Meine Damen und Herren, nicht nur die soeben in den Ruhestand Verabschiedeten gilt es zu ehren. Ab 20-jähriger Zugehörigkeit zu einem Gremium gibt es Ehrungen mit Stelen, Anstecknadeln und Ehrenurkunden unseres Gemeindetags. Diese Ehrungen werden für 20-, 30- und 40-jährige Zugehörigkeit zuteil. Deshalb gilt es dafür heute zu ehren

• Werner Mönch für 20-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat Neuffen, und
• Martin Hirner für 30-jährige ununterbrochene Ratszugehörigkeit.

Bei Werner Mönch brauche ich mich jetzt nicht wiederholen in dem, was ich schon gesagt habe und komme deshalb gleich zu Ratskollege Martin Hirner, der seit 30 Jahren nicht nur den Gemeinderat bereichert, sondern von seiner beruflichen Tätigkeit her mit den besten Voraussetzungen ausgestattet ist, auch dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuffen AG mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Für uns im Gemeinderat und in der Verwaltung ist er als Vereinsvorsitzender ein unverzichtbares wandelndes Lexikon, wenn es darum geht, Informationen über die örtlichen Verhältnisse in der Stadt zu erhalten.

Lieber Martin, ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Dir und bin froh, dass Du die aktive Politik dem kommunalpolitischen Rentnerleben vorgezogen hast.

Liebe Mitglieder des Gemeinderates, liebe Gäste. Selbstredend darf ich, bevor ich nun zum Schluss komme, in unserer aller Dank auch die Partnerinnen der Geehrten mit einbeziehen. Sie haben in all den Jahren manche Stunden auf ihre Ehemänner verzichten müssen und ihnen den Rücken freigehalten. Deshalb grüße ich Sie nicht nur mit einfachen Dankesworten, sondern den obligatorischen Blumen. Aber nicht in Form eines Blumenstraußes, sondern überreiche Ihnen jeweils einen Gutschein. Der hält länger und Sie können ihn nach eigenem Belieben einlösen.

Liebe Frau Rektorin Müller,
sehr geehrter Herr Müller,
Frau Rektorin Maier von der benachbarten Werkrealschule,
liebes Kollegium der Realschule,
verehrte Gäste und Vertreter der Presse.

Als Vertreter der Stadt Neuffen als Schulträger ist es für mich eine besondere Freude, aber auch ein besonderes Bedürfnis, Sie, liebe Frau Müller, heute als neue Leiterin der Realschule Neuffen nun auch offiziell zu begrüßen. Und ich darf Ihnen dazu neben meinem persönlichen Dank, dass Sie sich für Neuffen entschieden haben, den Dank der Stadtverwaltung und der Mitglieder des gesamten Gemeinderates aussprechen und Ihnen von allen die besten Grüße übermitteln. Gleichfalls darf ich meine Grußworte auch im Namen meiner Kollegen aus den Gemeinden, die ebenfalls Schülerinnen und Schüler nach hier entsenden, an Sie richten.

Die heutige feierliche Amtseinsetzung findet in einer Zeit statt, in der alles im Schulwesen diskutiert, wenn nicht sogar in Frage gestellt wird. Kein Wunder also, dass es immer schwerer wird, geeignete Persönlichkeiten für Schulleiterstellen zu finden. Richtig ist auf jeden Fall, dass die Anforderungen an die Aufgaben eines Schulleiters in den letzten Jahren enorm gestiegen sind.

So soll ein Schulleiter neben der pädagogischen Eignung Managerqualitäten besitzen, andererseits aber nicht nur Verwaltungsleiter sein, sondern eine ausgesprochene Führungspersönlichkeit. Führungspersönlichkeiten, die ihre Lehrer stärken, loben oder kritisieren sollen, ihnen Hilfen bieten, aber gleichzeitig auch kontrollieren sollen, ob sie die vereinbarten Ziele auch erreichen. Dazu gehört auch Veränderungsbereitschaft, weshalb sich auch für Schulleiter die generellen Anforderungen an Führungspersönlichkeiten kurz wie folgt zusammenfassen lassen:

• Wille, als überdurchschnittliche Durchsetzungsfähigkeit und Erfolgsorientierung.
• Energie, die ihren Ausdruck in Initiative und Engagement findet.
• Kontrolle, auch verstanden als Verantwortungsbewusstsein und eigene Solidität.
• Empathie, um sich in andere Menschen hineinversetzen zu können.

Dies, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist nicht wenig. Aus diesem Grunde sind wir froh, dass in Nachfolge von Herrn Rektor Hoffmann nun mit Frau Müller die Stelle der Rektorin unserer Realschule dann doch nicht nur verhältnismäßig schnell, sondern auch qualifiziert wiederbesetzt werden konnte. Die Schulbehörden attestierten Frau Müller die vorbehaltslose Eignung für diese Aufgabe. Hinzu kommt, dass Frau Müller ja quasi aus diesem Stall stammt und also sowohl ihr Land als auch ihre Leute kennt.

Und eben weil auch ich Frau Müller schon lange kenne, kann ich als Vertreter des Schulträgers jetzt schon bestätigen, dass sie über das notwendige Maß an Wille und Energie verfügt und ihre Vorstellungen auch klar artikuliert. Zusammengefasst lässt sich aus unseren Begegnungen sagen, dass die neue Schulleiterin konzeptionell weiß, was sie will und den Schulträger in die Pflicht nehmen wird. Insoweit, liebe Frau Müller, müssen Sie es mit den Führungsqualitäten „Wille und Energie“ nicht gleich übertreiben, sondern dürfen sich gerne an die alte Seglerweisheit halten, wonach es sich bei „halbem Wind“ am besten Segeln lässt.

Auf gutes Gelingen, weiterhin gute Zusammenarbeit und alles Gute für Ihre Zukunft hier an Ihrer Realschule Neuffen, die auf ihrer Homepage wie folgt beschrieben wird:

„Vom Hohenneuffen, unserem Berg, gleicht unsere Schule einem Zwerg.
Wird aus der Nähe sie gesehen, ist sie trotz mancher Macken schön.
Es zollt bei näherer Betrachtung, ein jeder ihr gebührend Achtung.
Wir finden unsere Schule toll und alle Lehrer wundervoll.
Denn sie bemühen sich um uns und das ist keine leichte Kunst.“

Mit diesen Worten begrüßen die Schülerinnen und Schüler unserer Realschule ihre Gäste. Und dem ist auch heute an Begrüßung nicht viel mehr hinzuzufügen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren des Gemeinderats,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

die konjunkturellen Rahmendaten schauen von der Gewerbesteuerentwicklung her zwar etwas ungünstiger für Neuffen aus, schlagen sich aber in Form eines erhöhten Anteils an der Einkommensteuer auch in diesem Jahr wieder in den kommunalen Haushalten nieder. Wir können auch in diesem Jahr noch mal den Haushalt ausgleichen, ohne für unsere Investitionen auf den Kreditmarkt gehen zu müssen.

Ich möchte aber auch die heutige Gelegenheit nutzen und das wiederholen und eindringlich darauf hinweisen, was ich anlässlich meiner Antrittsrede vor gut einer Woche gesagt hatte: Ab dem Jahr 2020 mit unseren beiden Großinvestitionen in die Stadthalle und Mensa werden wir nicht umhin kommen, dafür auf den Kreditmarkt gehen zu müssen. Aber auch das wiederhole ich mit ebensolcher Beharrlichkeit: Solche Investitionen müssen ganz einfach auf die Schultern mehrerer Generationen verteilt werden, da insbesondere diese beiden Einrichtungen schließlich ja auch von mehreren Generationen genutzt werden.

Der finanzielle Spielraum der Stadt kann sich in diesem Jahr durchaus noch sehen lassen. Altlasten drücken uns nicht mehr, nachdem wir Fehlbeträge aus Jahren zurück im Jahr 2013 endgültig ausgleichen konnten. Die Zuführungsraten vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt können wir auch in diesem Jahr mit einem Betrag von 750.000,– € fortsetzen. Trotzdem kommen wir nicht darum herum, eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 115.000,– € zu tätigen.

Wir legen Ihnen für 2019 einen Haushaltsplanentwurf vor, der mit einem Volumen von insgesamt 15,464 Mio. € abschließt. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen ca. 13,809 und auf den Vermögenshaushalt ca. 1,655 Mio. €. Der Höchstbetrag der Kassenkredite ist identisch mit den letzten Jahren auf 1,9 Mio. € veranschlagt.

Im Verwaltungshaushalt sind die Einnahmen bei der Gewerbesteuer mit 1,05 Mio. € und bei der Grundsteuer mit insgesamt 790.000,– € veranschlagt. Die Hebesätze für beide Steuerarten möchten wir, wie sie seit dem 1. Januar 2010 festgesetzt wurden, auch in diesem Jahr wieder unverändert belassen. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer ist nach der Steuerschätzung mit 4,450 Mio. € eingeplant. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer ist mit 205.000,– € veranschlagt. Die Finanzzuweisungen werden mit rund 2,7 Mio. € erwartet. Das Gebührenaufkommen und die Einnahmen aus gebührenähnlichen Einnahmen belaufen sich auf 565.000,– €, was einem Anteil von ca. 4,1 % an den Einnahmen des Verwaltungshaushaltes entspricht.

Bei den Ausgaben liegen die Schwerpunkte naturgemäß wieder in der Unterhaltung des städtischen Vermögens und sind in den Sammelnachweisen zum Haushaltsplan aufgegliedert. Der Personalaufwand ist mit 4,084 Mio. € geplant auf der Basis des Rechnungsergebnisses 2017 sowie den Entwicklungen des Jahres 2018 und den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst.

Die Einnahmen im Vermögenshaushalt kommen neben der schon genannten Zuführung vom Verwaltungshaushalt und der ebenfalls schon ausgeführten Entnahme aus den Rücklagen aus Zuweisungen und Zuschüssen für die Stadtsanierung IV, den Bau der Mensa, die Sanierung vom Großen Haus sowie zur Medienausstattung der Realschule. Die investiven Ausgaben sind mit insgesamt 1,655 Mio. € eingestellt. Darunter fallen als größte Posten der Bau der Mensa, die Maßnahmen innerhalb der Stadtsanierung IV, der Ausbau der Mörikestraße und eines Teilbereiches der Straße Ziegelrain, die Sanierung vom Großen Haus sowie die Erschließung vom Baugebiet Hofackerweg in Kappishäusern.

Nicht verschweigen möchte ich natürlich, dass wir in unserem Planentwurf in diesem Jahr erstmals mit der Zahlung in unseren Hochwasserschutzfonds aussetzen wollen. Wir denken, dass wir da in den letzten Jahren durch unsere jährlichen Einzahlungen von jeweils 30.000,– € einen soliden Grundstock angelegt haben und es uns auch mal für 2 oder 3 Jahre erlauben können, auf eine weitere Aufstockung zu verzichten. Wenn es aber der allgemeine Wunsch des Gemeinderates ist, auch 2019 weiterhin einzuzahlen, so pflegen wir dies selbstverständlich in den Haushaltsentwurf noch ein mit den sich daraus dann natürlich zwangsläufig ergebenden Veränderungen bei den korrespondierenden Haushaltsstellen.

Ich bedanke ich mich nicht nur an dieser Stelle bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im gesamten Hause, insbesondere und federführend bei unserem Kämmerer Bernd Eggstein und seiner Stellvertreterin Tanja Schöllhammer für das ausführliche Zahlenwerk. Herr Eggstein wird Ihnen nun gerne seinen zweiten Haushalt der Stadt Neuffen im Detail erläutern und zusammen mit uns am Vorstandstisch für Ihre Fragen zur Verfügung stehen.

Sehr geehrter Herr Landrat Eininger,
Frau Erste Landesbeamtin Dr. Leuze-Mohr,
Herr Neckernuß von der Kommunalaufsicht,
lieber Jörg Döpper und Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates,
liebe Kollegen Simon Blessing und Roman Weiß aus Frickenhausen und Erkenbrechtsweiler, die Kollegen aus Beuren und Kohlberg lassen sich wegen eigener Gemeinderatssitzungen entschuldigen,
ein herzlicher Gruß an das Rathausteam,
verehrte Gäste,

mit Ihnen verbindet mich nun eine über 8-jährige intensive, vertrauensvolle und vor allem inhaltlich anspruchsvolle Arbeit. Was mich mit Ihnen besonders verbindet ist von Anbeginn, dass Gemeinderat und Verwaltung Hand in Hand und im Miteinander arbeiten, Herausforderungen annehmen und innovativ unser Städtle voranbringen. Das Gemeinsame zu suchen und Entscheidungen auf eine solide und breite Basis zu stellen, war und ist mir wichtig, weil wir nur so die Herausforderungen annehmen und bewältigen können.

Demokratische Wahlen bringen Mehrheitsverhältnisse nicht zuletzt auch in einen Gemeinderat. Diese Mehrheiten gilt es zu respektieren und Demokratie bedeutet halt nun mal auch, dass die Entscheidungen von Mehrheiten respektiert und die Interessen von Minderheiten gewahrt werden. Aufgabe der kommunalen Politik ist es, einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen unserer Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Dieser ab und zu auch mal mühsame Weg fordert, dass alle Beteiligten in manchen Sachfragen über den eigenen Schatten springen und im Sinne des Gemeinwohls handeln und entscheiden müssen

Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates Neuffen kann ich ausnahmslos bestätigen, dass Sie all das soeben Gesagte beherzigen und Leben. Jetzt bleibt für uns alle der Wunsch, dass es nach dem Tag der im Mai anstehenden Kommunalwahl auch in einer möglichen Neubesetzung Ihres und unseres Gremiums so weitergeht, wie ich es in den letzten fünf Jahren mit Ihnen und die drei Jahre davor mit Ihnen und Ihren Vorgängern erleben durfte.

Wünsche gehören selbstverständlich zum Alltag auch in einer Stadt wie unserem Neuffen. Die Frage, die sich jeder sich stellen sollte, wenn er zum Kleiderkaufen geht ist nicht die, was seine Wunschmaße gerne wären, sondern was seine tatsächlichen Maße sind. Auf uns kommunalen Mandatsträger bezogen ist es unerlässlich zu erkennen, dass Visionen selbstverständlich erlaubt sind, aber die Gemeindepolitik erst mit dem Betrachten der Realitäten beginnt und nur darauf Entscheidungen gegründet werden dürfen, die dann auch Vertrauen in der Bürgerschaft schaffen.

Vertrauen habe ich in den letzten 8 Jahren in reichem Maße aus Ihrer Mitte und in ganz Neuffen erfahren dürfen. Dafür meinen herzlichen Dank an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen vom Gemeinderat. Und ein Dankeschön natürlich auch heute noch mal an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger für das Wahlergebnis am 7. Oktober 2018 anlässlich meiner Wiederwahl und den damit einhergehenden Vertrauensvorschuss.

Auch auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus konnte und kann ich mich immer verlassen, egal von welcher Seite der Wind weht. Wir haben gemeinsam Ideen entwickelt, Vorschläge gemacht, Lösungen gesucht. Das war ein Miteinander, ein Mitziehen. Das brauchen wir auch in der Zukunft und dafür stehe ich auch weiterhin. Und deshalb ein großes Dankeschön für die konstruktive Zusammenarbeit auch an Sie und Euch und alle anderen Kolleginnen und Kolleginnen, die auf der Lohnliste der Stadt und Stadtwerke stehen und ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, dass es in ihrem Neuffen keinen Stillstand gibt, sondern ständig vorwärts geht.

Als Bürgermeister war es mir immer wichtig, den Gemeinderat über alle Fraktionen und Parteigrenzen hinweg mitzunehmen, transparent zu informieren und möglichst breite Mehrheiten zu erreichen. In meiner Antrittsrede am 11. Januar 2011 in unserer Stadthalle hatte ich wörtlich zugesagt, dass es mit mir keinen CDU-Kindergarten, keinen Freien-Wähler-Spielplatz, keine SPD-Straße und auch kein UBL-Baugebiet geben wird. Das habe ich eingehalten und wird auch in Zukunft meine Marschrichtung sein.

„Der Einfall ersetzt nicht die Arbeit“. Nicht nur dieser Leitspruch unseres Landrats ist nachahmenswert. Konzepte sind schließlich nicht für die Schublade, sondern die Grundlagen für Lösungen. Konzepte sind aber auch immer nur so gut, wie deren Umsetzung. Unsere Aufgabe ist es, die Zukunft im Blick zu haben und das zu tun, was jetzt dafür notwendig ist. Was wir in den letzten acht Jahren gemeinsam umgesetzt haben, ist auszugsweise heute Abend schon mehrmals erwähnt worden.

Solide Finanzen sind die Grundlage für Alles. Nach diesem Motto wurde gearbeitet und wird auch die nächsten acht Jahre gearbeitet. Wir haben in den ersten Jahren meines Hierseins einige Alt-Verbindlichkeiten abbauen können. Wobei uns, was ich gerne zugebe, die Konjunktur und damit einhergehenden Gewerbesteuereinnahmen mehr als geholfen haben. Das möchte ich deshalb auch nicht auf meine Fahne schreiben. Aber alle unsere Investitionen in den letzten Jahren konnten wir schultern, ohne dass wir auf den Kreditmarkt gehen mussten. Wir können uns zwar keine Luxusdinge leisten, aber die wollen wir auch gar nicht. Wir haben uns das erlaubt, was wir auch bezahlen konnten.

Ich möchte aber nicht verschweigen, dass mit der Sanierung der Stadthalle sowie dem Bau der Mensa im Schulzentrum, um gerade die beiden uns investiv am stärksten belastenden Gebäude zu nennen, es auch erlaubt sein muss, zu deren Finanzierung jetzt doch Kredite aufzunehmen. Investitionen gerade in die Stadthalle oder die Mensa dürfen durchaus auf die Schultern mehrerer Generationen verteilt werden. Auch der damalige Bau der Stadthalle vor nunmehr über 50 Jahren wurde mitunter über Kredite finanziert.

Aber noch bewegen wir uns in der Gegenwart. Aktuell steht unser Städtle gut da. Das ist das Ergebnis Ihrer Mithilfe, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, das Ergebnis unseres Zusammenwirkens. Ich möchte in Ihrem Sinne und für Sie die Chancen und die guten Rahmenbedingungen, die uns unser Land und dessen hervorragende wirtschaftliche Entwicklung bieten, gerne auch weiterhin nutzen. Mit Ihrer Unterstützung möchte ich auch in Zukunft meinen Teil dazu beitragen für folgende Themen, die wir uns gemeinsam zur Umsetzung vorgenommen haben:

• Sanierung der Stadthalle
• Bau der Mensa
• Erschließung eines Baugebietes in Kappishäusern
• Baugebietsentwicklungen in Neuffen
• Unveränderte Unterstützung der Vereine, Firmen und Betriebe
• Bedarfsgerechte Ausstattung unserer Feuerwehren
• Sanierung „Großes Haus“
• Neue Grabarten nun auch auf dem Friedhof Kappishäusern
• Weiterführung der Breitbandversorgung mit durchgehendem Glasfasernetz
• Bedarfsgerechter Ausbau unserer Kindergärten und Sicherung des unseres Schulstandortes

Diese Aufzählung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und insbesondere ist aus der Reihenfolge auch keine Wertung herzuleiten. Packen wir gemeinsam mit an und krempeln auch weiterhin die Ärmel hoch, um Neuffen und Kappishäusern als unsere Heimat und unseren Lebensraum zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Haben Sie herzlichen Dank und wenn ich richtig informiert bin, dann habe jetzt auch wieder die Sitzungsleitung und darf unsere heutige Gemeinderatssitzung schließen und Ihnen allen noch einen schönen Abend wünschen.

Verehrte Kirchengemeinde, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in diesem Jahr blicken wir in vielfältiger Weise auf die letzten beiden Weltkriege zurück. Der Erste endete vor 100 Jahren und wurde mit Recht die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ genannt. Die zivilisierte Welt fiel in Abgründe. Doch damit nicht genug: 25 Jahre nach dem Ersten begann nach dem Hitler-Stalin-Pakt der Zweite Weltkrieg, der Schrecken und Gewalt ins Unfassbare steigerte.

Heute, ein ganzes Jahrhundert nach Ende des Ersten und nun fast 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges fällt es vielen Menschen – insbesondere den jüngeren – schwer, die Bedeutung, die der Volkstrauertag für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration hatte, zu begreifen oder gar zu teilen. Ist der Volkstrauertag somit in naher Zukunft ein Gedenktag ohne Volk?

Bald wird es kaum noch Zeitzeugen und Angehörige geben. Die Friedhöfe werden mehr und mehr Orte des Gedenkens und Lernens und können so künftig ihre gesellschaftliche Bedeutung bewahren. Damit das aber möglich ist, müssen wir sie besser erklären, die historischen Zusammenhänge benennen, die verschiedenen Opfer und ihre Situation stärker in den Blick nehmen.

Sind wir, wenn wir der Kriegstoten des 20. Jahrhunderts gedenken, in einer weit zurückliegenden Vergangenheit, die uns ohne Berührungspunkte zum Hier und Jetzt nicht mehr ängstigen muss? Die Schreckensbilder in den Abendnachrichten machen rasch deutlich, dass die Welt auch heute nicht vom Frieden regiert wird und Menschen nach wie vor unter Hunger, Krieg und Verfolgung leiden. So sind unsere Gedanken in diesem Jahr auch bei allen Opfern von Konflikten auf dieser Welt. Um die Fehler von gestern nicht zu wiederholen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Indem wir die Toten und die Orte des Schreckens nicht vergessen, wird ein unerlässlicher Beitrag zum Frieden und zur Demokratie in der Gegenwart geleistet.

An diesem Novembertag versammeln sich nahezu in jeder Gemeinde, in jeder Stadt Menschen, die der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedenken. Auch wenn die Teilnehmerzahl abgenommen hat, so ist es doch denen, die sich versammeln, wichtig, gemeinsam an das Unrecht der Willkürherrschaft und an die Schrecken des Krieges, an das Leid der Menschen, die verfolgt, verschleppt, vertrieben, gedemütigt, verwundet oder getötet wurden, zu erinnern. Die Unmenschlichkeit hatte unglaublich viele verschiedene Facetten. Dabei bleibt seit Jahrzehnten unser Blick nicht in den nationalen Bahnen gefangen. Ausdrücklich schließen wir die Opfer der anderen Nationen in unsere Gedanken mit ein.

Die Notwendigkeit, der Toten zu gedenken, wird in Anbetracht der Feinde unserer Demokratie erneut deutlich. Viele der terroristischen Gruppen, die auch auf junge Menschen eine hohe Anziehungskraft ausüben, sehen im europäischen Integrationsprozess die Wurzel allen Übels. Richtig ist, dass die Europäische Union vor großen Herausforderungen steht, wodurch sie regelmäßig auch unter Legitimierungszwang gerät.

Die Notwendigkeit des europäischen Zusammengehens lässt sich wohl kaum eindrucksvoller unter Beweis stellen, als durch einen Blick auf das 20. Jahrhundert. Erst das Zusammenrücken der Nationen hat einen verlässlichen Frieden ermöglicht, welcher zuvor nicht möglich schien. Die Kriegsgräber von Millionen Toten mahnen die Lebenden und sind deshalb bedeutender Teil unserer europäischen Identität. Auch deshalb dürfen wir sie nicht radikalen Europagegnern, Extremisten und Nationalisten überlassen.

Der Volkstrauertag darf sich nicht allein in der Rückschau und in der Tradition erschöpfen. Er ist ein sehr aktueller Gedenktag, den wir brauchen. Er schützt vor dem Vergessen und Verdrängen. Er mahnt uns, aus den Schreckensbildern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gegen Krieg und Gewalt – für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit – das ist seine Losung. Am heutigen Volkstrauertag bekennen wir uns zum Wert des Lebens.

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