Rede zur Verabschiedung von Herrn Pfarrer Gunther Seibold am 22. Dezember 2019 in Neuffen

Sehr geehrter Herr Pfarrer Seibold, lieber Gunther, liebe Familie Seibold,
sehr geehrte Vertreter der Kirchen,
liebe Mitglieder des Kirchengemeinderates,
verehrte Anwesende,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

als so ziemlich genau vor acht Jahren der Vorgänger von Pfarrer Seibold, Herr Pfarrer Souchon, verabschiedet wurde, begann eine Serie, die nicht nur mir unheimlich wurde. Nach Herrn Souchon kamen innerhalb von wenigen Monaten auf evangelischer Seite Pfarrer Wenzelmann und Diakon Häußermann, sowie auf katholischer Seite Pastoralreferent Martins und Pfarrer Jopp dazu. Innerhalb von zwei Jahren im Amt durfte ich also fünf maßgebliche Personen in den beiden Kirchen verabschieden. Mancher im Städtle hatte schon den Verdacht geäußert, das hätte was mit meiner Person zu tun gehabt und ich gehöre ins Guinness-Buch der Rekorde. Dem war aber im wahrsten Sinne des Wortes Gott sei Dank nicht so. Es waren damals rein private Gründe bzw. Pensionierungen der Beteiligten, die den Verabschiedungen zu Grunde lagen.

Aus also gegebenem und durchaus nachvollziehbarem Anlass hege ich heute zunächst mal den Wunsch, dass mit der Verabschiedung von Gunter Seibold die damalige Serie nicht wieder Einzug hält. Also, an alle, die noch im Amt sind, bitte noch ein paar Jahre bleiben. Mir jedenfalls und Ihren Kirchengemeinden ebenfalls wäre es sehr recht.

Abschied ist immer eine ernste Angelegenheit. Der direkt Betroffene lässt ein Stück seiner Lebensaufgabe zurück, vielleicht sogar ein Teil seines Herzens. Die indirekt davon Betroffenen, in Deinem Fall, lieber Gunther, Deine Kollegin Frau Rahlenbeck sowie die Jugendreferentin Frau Goller, der Kirchengemeinderat, Deine Gemeindemitglieder und insbesondere die Stadt Neuffen wissen von Deinen Leistungen und lassen Dich ungern scheiden, wenngleich wir Dir natürlich Dein neues berufliches Tätigkeitsfeld sehr gönnen.

Lieber Gunther, nach einem ¾ Jahr Vakanz fand Deine Investitur hier an dieser Stelle am 16. September 2012 statt. Ich wollte Dich damals mit einem Gutschein für freies Parken in Neuffen willkommen heißen, damit Du ohne Parkplatznöte Deine Hausbesuche machen könntest. Dann warst Du mir gerade noch rechtzeitig mit Deiner Ankündigung, Neuffen mit dem Fahrrad erkunden zu wollen, dazwischen gekommen. Wenn wir uns anlässlich von Gratulationen bei unseren Altersjubilaren in deren Wohnungen getroffen haben, warst Du in der Tat mit dem Fahrrad und ich mit dem Auto unterwegs. Ich war dann meistens vor Dir da. Auf der Rückfahrt, die wir dann zeitgleich angetreten hatten, Du mit dem Fahrrad aber in der Tat schneller zurück in Deinem Pfarramt als ich in meinem Rathaus. Kein Wunder, geht es doch von allen Seiten bergab in unsere Stadtmitte.

Statt dem Parkgutschein hattest Du dann von mir für die Stadt zwei Bücher über Neuffen bekommen über die Geschichte von unserem Städtle und zum Vergleich der Gegenwart mit der Vergangenheit. Ich hatte Dir ein schnelles Einleben gewünscht und Erfolg bei Deiner Arbeit. Beides ist sehr schnell eingetreten. Ich hatte Dir auch angekündigt, dass Dir Deine neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger das Ankommen leicht machen würden, was ich zu Beginn meiner Amtszeit ebenfalls erfahren durfte.

Und noch etwas ist eingetreten. Ich hatte Dir neben den beiden Büchern ja auch persönlich von mir eine DVD-Sammlung von „Don Camillo und Pepone“ überreicht. Dies verbunden mit dem inständigen Wunsch, dass wir Beide die Geschichte unserer Film-Kollegen nicht zwingend in die Tat umsetzen müssen. Ich darf Dir bestätigen, dass unsere gemeinsamen etwas über 7 Jahre geprägt waren von konstruktiver Zusammenarbeit und gegenseitiger Wertschätzung. Zwischen Pfarrhaus und Rathaus gab es immer einen kurzen Dienstweg und einen kurzen Draht, was ich mir dann natürlich auch für Deine Nachfolgerein respektive Deinen Nachfolger wünsche.

Ich denke, in all den Jahren Deines Wirkens hier in Neuffen hat Dein Herz für Deine Kirchengemeinde, geschlagen. Lieber Herr Pfarrer Seibold, lieber Gunther, ich sage Dir persönlich, im Namen des gesamten Gemeinderates Neuffen, des Rathauses, aber insbesondere im Namen Deiner Mitbürgerinnen und Mitbürger einfach Danke für Deine Arbeit hier in Neuffen. Du hast Deinen Beruf aus der Berufung heraus überzeugend, mit viel Liebe und Geduld hier gelebt. Ich hoffe deshalb, dass Du uns nicht ganz aus den Augen verlierst und Du sehr gerne nicht nur an Dein schönes Neuffen zurückdenkst, sondern wir uns ab und zu hier auch mal sehen werden. Unseren Hohenneuffen auf jeden Fall siehst Du ja auch von Bernhausen aus, Deiner neuen Wirkungsstätte.

An dem Geschenk, das Dir schon überreicht wurde, hat sich die Stadt ja ebenfalls beteiligt. Als zusätzliche Erinnerung habe ich Dir als Abschiedsgeschenk unsere Neuffener Armbanduhr mitgebracht. Sie soll Dir nicht sagen, was die Stunde geschlagen hat, sondern Dich immer an Deine Zeit hier in Neuffen erinnern.

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