Liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Gäste.

Einen Kollegen unter uns darf ich heute Abend ehren, der fast auf den Monat genau 40 Jahre den Gemeinderat bereichert. 1980 erstmals hier in dieses Gremium eingezogen, wurde er bei den folgenden acht Kommunalwahlen jeweils souverän wiedergewählt. Was einen Vertrauensvorschuss bedeutet, den sich unser Kollege Hans Maier erarbeitet, den er aber auch mehr als verdient hat.

Mein Vorgänger Wolfgang Schmidt, den Hans Maier über dessen gesamte Amtszeit von 24 Jahren begleitet hat, musste für heute Abend aus persönlichen Gründen leider absagen. Aber begrüßen darf ich unseren ehemaligen Kämmerer Albrecht Klingler, der bereits vor Altbürgermeister Schmidt im Rathaus war und auch nach Wolfgang Schmidt das Wirken von Hans Maier miterleben durfte. Begrüßen darf ich unseren Bauhofleiter Sven Seiler, der viele Ideen von Hans Maier umsetzen darf, worauf ich nachher noch komme. Und selbstverständlich als allerlängste Begleiterin unseres Jubilars darf ich seine Ehefrau Jutta heute Abend ganz besonders willkommen heißen. Und natürlich auch seine Verwandten und Bekannten, die heute Abend unter uns sind.

Ich freue mich sehr, dass ihr meine Einladung für heute Abend angenommen habt und mit Eurer Anwesenheit die Verbundenheit zu Hans Maier bekundet. Die ich bei Dir, liebe Jutta, natürlich vorausgesetzt habe.

1980, vierzig Jahre her. Was war eigentlich alles von besonderer Bedeutung, das an 1980 erinnert?

• Der Liter Benzin kostete damals 1,19 DM, Super 1,21 DM und Diesel 1,16 DM
• Der Heizölpreis lag bei 63 Pfennig
• Der Liter Bier kostete 1,64 DM
• Die Sommerzeit wurde eingeführt
• Der Zauberwürfel erfunden
• Für die Blechtrommel gab es den Oscar
• Olympia fand in Moskau statt unter Boykott wegen dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan
• Karl Carsensen war Bundespräsident
• Helmut Schmidt Bundeskanzler
• Die Partei der GRÜNEN wurde gegründet
• Eintracht Frankfurt war Pokalsieger
• Bayern München Deutscher Meister
• Karl-Heinz Rummenigge war Fußballer des Jahres
• einen Baum des Jahres gab es damals noch nicht, der wurde erst 1989 eingeführt
• dafür gab es aber bereits schon den Vogel des Jahres, das war das Birkhuhn

1980 bis heute, 40 Jahre Neuffener Stadtrat. Damit ist Hans Maier Halter eines einmaligen Rekords. Acht vollständige Wahlperioden plus ein Jahr der laufenden Periode, da könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass er bereits schon 41 Jahre seine kommunalpolitischen Spuren hinterlässt. Aber auch da ist Kollege Hans Maier der einzige aktive Stadtrat, der 1984 die Änderung des Wahlrechts mitgemacht hat. Bis dahin waren die Wahlperioden auf jeweils nur vier Jahre festgesetzt, dann wurden sie auf fünf Jahre aufgestockt.

Würde ich all die Maßnahmen aufzählen, die in der Zeit von Hans Maier in Neuffen umgesetzt wurden, dann würden wir uns noch morgen früh hier sehen. Deshalb möchte ich mich auf die wesentlichen Themen und Projekte beschränken, die da wären:

• Zunächst hat Kollege Hans Maier drei Bürgermeister erlebt. Von Kurt Schmid über Wolfgang Schmidt bis hin zu meiner Wenigkeit.
• Noch unter Kurt Schmid ins Landessanierungsprogramm aufgenommen, hat sich die Stadt Neuffen in zwischenzeitlich vier Quartieren verändert und dabei wesentlich verbessert.
• Die Totalrenovierung vom Großen Haus unter Kurt Schmid war wohl eines der ersten Großprojekte, die Du, lieber Hans, mitbeschlossen hast. Dass wir jetzt schon wieder zumindest an die Fachwerksanierung gehen müssen, ist nicht den damaligen Mandatsträgern anzulasten, sondern einfach dem Zeichen der Zeit geschuldet.
• Die Stadtkernumfahrung mit der Verkehrsentlastung der Hauptstraße und die Neugestaltung vom Stadtkern waren unter Wolfgang Schmidt Großprojekte, die Du mit Deinen damaligen Kolleginnen und Kollegen erfolgreich realisieren konntest.
• Die komplette Neugestaltung vom Hirschpost-Areal war ein Projekt, das der jüngeren Vergangenheit ebenso zuzuordnen ist, wie die Sanierung unseres Rathauses.
• Die Stadthallensanierung ist ebenfalls ein jüngeres Projekt, das beschlossen ist und mit Beginn des neuen Jahres anfängt. Das Dich also auf jeden Fall die noch verbleibende Wahlperiode begleiten wird.
• Die Entwicklung der Schulen lag und liegt Dir am Herzen. Dass diese heute so dastehen, ist mitunter auch Dein Verdienst bei den Beratungen hier im Rat. Der bereits begonnene Bau der Mensa rundet das Thema ab als Projekt für die Zukunft.
• Alle Kindergärten wurden in den letzten 40 Jahren gebaut, saniert, erweitert, wie auch der Waldkindergarten eingerichtet wurde.
• Der Neubau des Feuerwehrmagazins fällt in Deinen Wirkungszeitraum.
• Die Friedhöfe samt Aussegnungshallen waren und sind ein Steckenpferd von Dir.
• Die Baugebietsausweisungen und damit verbunden die Stadtentwicklung waren und sind Dir wichtig.
• Die Neuffener Unterwelt ist Dir bestens bekannt. Damit ist nicht Dein Beruf bei der Kripo gemeint. Vielleicht aber auch das. Aber vordergründig die Neuffener Kanalisation, die aufgrund der Beschlüsse im Gemeinderat regelmäßig mit der Kamera befahren werden muss.
• Die Verkehrsregelungen sowie das Parken im Stadtgebiet waren und sind Themen, denen Du Dich angenommen hast und annimmst.
• Im Gutachterausschuss warst Du die letzten Jahrzehnte Mitglied und seit 2004 bist Du bis heute der Vorsitzende.
• Deine Mitgliedschaft im Bauausschuss darf ich ebenfalls erwähnen.
• Ebenso, dass Du nach der Kommunalwahl 2014 von Jörg Döpper den Vorsitz Deiner CDU-Fraktion übernommen hast und bis heute Fraktionsvorsitzender bist.
• Den Beitritt der Stadt Neuffen zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb hast Du mitbeschlossen. Ebenso die Gründung vom Abwasserverband Neuffener Tal sowie die Gründung des Gewerbezweckverbands Wirtschaftsraum Nürtingen. Zahlreiche weitere Zweckverbände und Vereinigungen, in denen wir als Stadt Mitglied sind, gehören ebenfalls auf die Liste Deines vierzig Jahre langen Wirkens für Neuffen und seine Bürgerschaft.

Herausstellen kann und darf ich für Dich, lieber Hans, dass zusammen mit all Deinen Kolleginnen und Kollegen auch Du Dich als ehrenamtlich tätiger Kommunalpolitiker unter Hintenanstellen persönlicher Interessen für das Allgemeinwohl engagierst. Du hast viel Deiner Freizeit geopfert. Du hast Dich für das Wohl unserer Stadt eingesetzt und viele wichtige Entscheidungen der letzten vier Jahrzehnte mitgetragen. Du hast Dich für wegweisende Projekte stark gemacht. Ich fasse es einfach zusammen: womit unsere Stadt heute punkten kann, daran hast auch Du maßgeblich mitgewirkt.

Lieber Hans, Dir kann man alles Mögliche nachsagen, aber ganz sicher nicht, dass Du unvorbereitet zu einer Sitzung kommst. Kein Tagesordnungspunkt, zu dem eine vorherige Ortsbesichtigung für die Entscheidungsfindung von Vorteil ist, ohne dass Du Dir die örtlichen Gegebenheiten nicht angeschaut hättest. Das zeichnet Dich neben vielen anderen Dingen aus. Von Deinen regelmäßigen Spaziergängen mit Deiner Jutta rund um und durch Neuffen kamen immer konstruktive Anregungen, wo was im Argen liegt und verbessert werden könnte. Dank der modernen Technik kommen da die Fotos von Dir direkt vom Ort des Geschehens per WhatsApp auf mein Handy. Und unser Bauhofleiter freut sich dann, wenn ich ihm ebenso schnell und unabhängig von Tag und Uhrzeit alles mit der Ansage zur Erledigung weiterleite.

Für Dein Engagement im Gemeinsinn bedanke ich mich heute im Namen aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, im Namen Deiner ehemaligen und aktuellen Ratskolleginnen und -kollegen, aber auch persönlich bei Dir ganz herzlich. Das alles hört sich jetzt so ein wenig nach Abschied an, ist es zum Glück aber nicht. Deshalb gibt es auch keine Armbanduhr und auch keine Flasche Wein pro Wahlperiode. All das hat noch Zeit bis mindestens 2024, also bis zum Ende der laufenden Amtszeit des Gemeinderats. Ich betone dabei ausdrücklich das Wort „mindestens“.

Solch ein Jubiläum, 40 Jahre ununterbrochen Stadtrat zu sein, bringt aber trotzdem eine dem Anlass angepasste Ehrung mit sich. Der Gemeindetag hat dafür auch eine besondere Form des Dankeschöns parat. Urkunde, Steele und Anstecknadel darf ich Dir mit den besten Grüßen unseres Präsidenten Roger Kehle gleich überreichen.

Selbstredend möchte ich, bevor ich nun zum Schluss komme, in unserer aller Dank auch Deine Ehefrau Jutta mit einbeziehen. Sie hat in all den Jahren nicht nur halb-dienstliche Spaziergänge mit Dir gemacht, sondern manche Stunden auf ihren Hans verzichten müssen und ihm den Rücken freigehalten. Deshalb gilt Dir, liebe Jutta, ein ganz besonderer Dank. Und dies nicht nur mit einem warmen Händedruck, sondern mit einem Blumenstrauß, den ich Dir hiermit überreichen darf.

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