Grußworte

Verehrte Anwesende, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge kümmert sich um die deutschen Kriegstoten. So war es in der Vergangenheit und so wird es auch in der Zukunft sein. Dabei gerät jedoch manchmal aus dem Blickfeld, dass in einem Krieg nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten sterben. Insbesondere die Endphase des Zweiten Weltkriegs hat ausgesprochen viele zivile Opfer auf deutscher Seite gefordert. Ein ganz erheblicher Teil dieser Menschen starb auf der Flucht oder nachdem sie gewaltsam vertrieben worden waren. Über sie wissen wir bis heute wenig.

Für diese Wissenslücke gibt es Gründe. Nach dem rassistisch motivierten Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands gegen seine Nachbarn im Osten, nach der deutschen Gewaltherrschaft über Europa und millionenfacher Zwangsarbeit war das Erinnern an deutsche Opfer ein sensibles Thema. Zu oft wurden sie instrumentalisiert, um deutsche Verbrechen moralisch aufzuwiegen. Mit über 70 Jahren Abstand machen wir uns nun auf den Weg zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur, in der sich ein angemessener Platz für die Erfahrungen aller Beteiligten eröffnet.

Wir erinnern uns also an die Millionen Kinder, Frauen und Männer, die fliehen mussten, vertrieben wurden und dabei nicht selten ihr Leben verloren. Sie alle sind Kriegsopfer und damit kommt ihnen nach dem deutschen Gräbergesetz ein dauerhaftes Ruherecht zu. Diese Tatsache verpflichtet den VdK, nicht nur für die Pflege und den Erhalt dieser Gräber zu sorgen, sondern auch an das Schicksal der Opfer zu erinnern. Aus diesem Grund lautet das Jahresthema 2016 „Flucht und Vertreibung“.

Es ist kein Zufall, dass gerade in diesem Jahr dieses Thema gewählt wurde, das aktueller nicht sein könnte. Wir alle kennen die erschreckenden Bilder aus dem Bürgerkrieg in Syrien und aus den überfüllten Flüchtlingslagern in der Türkei und in Griechenland. Der Volksbund möchte so auch das Schicksal dieser Menschen in den Blick bringen. Das Jahresthema unterstreicht den Gegenwartsbezug und macht deutlich, dass die inhaltliche Arbeit nicht in einer fernen, isolierten Vergangenheit liegt. Weil sich die Schrecken der Vergangenheit, weil Krieg und Gewaltherrschaft auch heute eine Herausforderung sind, ist es nicht nur unsere Aufgabe, sondern unsere Verpflichtung, an diese schmerzhaften Erfahrungen zu erinnern.

Dem VdK ist zu danken für seinen Dialog mit seinen Partnern und allen Interessierten, um die Erinnerung an Flucht und Vertreibung gemeinsam aktiv zu gestalten und dem öffentlichen Gedenken einen neuen Impuls zu geben. Darüber hinaus begrüße ich, dass der VdK auch in diesem Jahr konkrete Projekte fördert. So beteiligt er sich z. B. mit 50.000 € an dem Bau eines dänischen Flüchtlingsmuseums, in dem das Schicksal der rund 250 000 Flüchtlinge aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches in Dänemark dokumentiert und den Besuchern vermittelt, unter welchen Umständen und aus welchen Gründen diese Menschen flüchten mussten.

Das Museum integriert thematisch auch die Kriegsgräber von Flüchtlingen, eine vom VdK gepflegte Kriegsgräberstätte befindet sich nur wenige Meter von dem neuen Museum. Hierin dürfen wir alle eine wichtige Aufgabe sehen, denn noch immer kennen wir nur einen kleinen Teil der Gräber dieser Zivilisten, die auf Friedhöfen über ganz Europa verteilt eine Ruhestätte gefunden haben.

Sehr geehrte Frau Vorsitzende Beith,
liebe Sängerinnen und Sänger,
liebe Mitglieder und Freunde vom Liederkranz Neuffen 1841,
verehrte Jubiläumsgäste.

Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit und seit 175 Jahren wird diese gemeinsame Sprache in Neuffen gesungen. Ein Rückblick auf eine 175-jährige Geschichte sind aber nicht nur 175 Jahre Vereinsgeschichte, sondern auch ein Stück Kultur- und Stadtgeschichte. Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrem Jubiläum und darf Ihnen ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Stadt Neuffen übermitteln.

Viele Mitglieder haben in all den Jahren ihre Heimat im Liederkranz gefunden und die vorhandenen Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung immer wieder auf das Neue genutzt. Aktiv im Chor zu sein heißt aber auch, regelmäßig zu den Proben zu erscheinen, im Vorstand Verantwortung zu übernehmen, zuverlässig die Kasse zu hüten, Noten zu organisieren und vieles mehr. Der Lohn für diese Mühen ist nicht nur anhaltender Applaus nach einem Konzert. Es sind auch die Erinnerungen an Auftritte zu feierlichen Anlässen oder die Eindrücke von gemeinsamen Veranstaltungen.

Vom Tenor bis zum Bass. Nicht nur die Stimmlagen, auch die Menschen selbst sind verschieden. Aber der Chorgesang bringt sie zusammen und verbindet sie. Das macht den Liederkranz Neuffen aus. Als Musterbeispiel für einen intakten Verein wird er immer wieder erwähnt. Es fällt schwer, kulturelle Veranstaltungen und Feste aufzuzählen, bei deren Umrahmung der Chor nicht dabei war. Ohne den Liederkranz wäre das kulturelle Leben in unserer Stadt wesentlich ärmer.

Naturgemäß gibt es bei einem solchen Jubiläum keine Gründungsmitglieder mehr unter uns. Aber ich möchte das diesjährige Jubiläum dazu nutzen, mich bei all denjenigen zu bedanken, die diese 175-jährige Tradition bis heute aufrechterhalten, die sich in der Vergangenheit und Gegenwart für den Gesang im Liederkranz eingesetzt haben. Allen voran den ehrenamtlich tätigen Vorständen und Funktionären, den Dirigentinnen und Dirigenten, den Ehrenmitgliedern sowie allen aktiven und passiven Mitgliedern. Nicht vergessen will ich all die fleißigen Hände im Hintergrund, ohne die ein bürgerschaftliches Engagement in dieser Art und Weise gar nicht vorstellbar ist.

Der Liederkranz Neuffen ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass es sich lohnt, die Menschen für das Singen zu begeistern. Verbunden mit meiner Gratulation zu dem runden Jubiläum wünsche ich ihm weiterhin alles Gute und viel Erfolg. Den Verantwortlichen stets Mut, Tatkraft und Ideenreichtum und den Mitgliedern auch künftig viel Freude an ihrem Verein. Sie haben sich über ein- und ein dreiviertel Jahrhundert nicht nur am Leben gehalten, sondern mit Bravour auch alle Tücken dieser Zeit gemeistert. Aus einem Verein aus dem Gründungsjahr 1841 haben Sie sich gleichermaßen zu einem modernen Verein für Frauen und Männer, für Jung und Alt entwickelt.

Ich verknüpfe mit meinem Dank für Ihr ehrenamtliches Engagement für die Gemeinschaft die Bitte, dieses auch in der Zukunft zu zeigen, damit der Gesang auch in den kommenden Jahrzehnten die Kultur in unserer Stadt und der Region bereichert. Denn: „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“. Dieses Zitat stammt nicht von mir, sondern von Aristoteles. Möge die Begeisterung für den Gesang, die Geselligkeit und die Gemeinschaft dem Liederkranz Neuffen erhalten bleiben. Denn nur so kann den künftigen Generationen der Wert der Musik und des Gesangs vermittelt werden. Nur so ermöglichen die Gesangvereine jungen Menschen den Zugang zur Musik. Musik verbindet Menschen. Ich habe deshalb großen Respekt vor allen, die ihre Freizeit für eine Vereinstätigkeit investieren. Dies ist nicht selbstverständlich und verdient größtes Lob und Anerkennung.

Meistens stehe ich bei solchen Veranstaltungen nicht nur mit Worten hier an diesem Pult. Ich handele da frei nach Wilhelm Busch „Besser ein Onkel, der was mitgebracht hat als eine Tante, die nur Klavier spielt“. Gepflogenheiten sind was wunderbares, insbesondere wenn es bei Vereinsjubiläen von der Stadt pro Jahr 5 Euro gibt. Das wären bei 175 Jahren insgesamt 875 Euro, wenn ich richtig gerechnet habe. Und den Scheck über diesen Betrag darf ich Ihnen, liebe Frau Beith, nachher in die Hand drücken und Ihnen damit das Jubiläumsjahr ein wenig erleichtert. Und Sie dürfen versichert sein, er ist gedeckt.

Aber nicht nur für den Verein habe ich etwas dabei. Ich komme zu einer Tat, über die ich mich ganz besonders freue. Sie haben ein Mitglied in Ihrem Verein, der seit sage und schreibe 46 Jahren ehrenamtlich als für das Geld zuständiges Vorstandsmitglied tätig ist. Er hat fast ein halbes Jahrhundert lang das Vereinsvermögen unter seinen Fittichen gehabt und möchte es aus für mich völlig unverständlichen Gründen einfach so in jüngere Hände geben. Sie alle wissen, von wem ich rede – von Ihrem Kassierer Ernst Pfäffle.

Da Ernst Pfäffle von der Stadt Neuffen bisher noch keine Ehrungen zuteilwurden, bekommt er dafür nun heute Abend von mir nun gleich dir Richtige. Sie sehen, ab und zu lohnt es sich auch mal auf etwas zu warten. Genauer gesagt auf die Bürgermedaille der Stadt Neuffen. Dazu gab es bei der Beratung im zuständigen Ehrungsausschuss keine lange Debatte. Wenn nicht Ernst Pfäffle, wer sonst hätte nach so langer Tätigkeit die Bürgermedaille verdient.

Herr Pfäffle, ich kann es Ihnen leider nicht ersparen, nun zu mir auf die Bühne zu kommen. Und bringen Sie Ihre Frau bitte gleich mit. Nicht zuletzt ist es ja auch Ihr Verdienst, liebe Frau Pfäffle, dass Ihr Mann 46 Jahre die Tätigkeit des Kassierers im Liederkranz ausüben konnte. Für Sie habe ich den obligatorischen Blumenstrauß als kleines Dankeschön seitens der Stadt Neuffen für Ihr Verständnis zum Job Ihres Mannes im Liederkranz nicht real dabei. Dafür aber einen Gutschein. Der hält länger und Sie können ihn dann einlösen, wenn daheim die Blumengeschenke Ihres Ehemannes vielleicht überraschender Weise mal ausbleiben sollten. Und wenn Sie jetzt auf die Bühne kommen, dann bringen Sie bitte auch noch Frau Beith mit. Es könnte ansonsten passieren, dass ich den schon angesprochenen Jubiläums-Scheck wieder unverrichteter Ding mitnehme. Und das wollen wir ja schließlich Alle nicht.

Damit wünsche Ihnen, liebe Festgäste, jetzt einen wunderschönen Abend mit schönen Liedvorträgen und im Anschluss angenehmen Gesprächen. Haben Sie herzlichen Dank.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Schmid,
liebe Mitglieder und Freunde der DLRG Ortsgruppe Neuffen-Beuren,
lieber Kollege Gluiber,
sehr geehrte Jubiläumsgäste.

Sie werden jetzt staunen, denn Sie sehen ein Gründungsmitglied der DLRG vor sich. Aber zum Glück für mich bin ich es nicht persönlich, aber sehr wohl ist die Stadt Neuffen wahrscheinlich das noch einzig lebende Gründungsmitglied, das vor nunmehr 75 Jahren die DLRG Ortsgruppe Neuffen-Beuren mit ins Leben gerufen hat.

Im Namen der Stadt Neuffen, meiner Verwaltung und des Gemeinderates gratuliere ich deshalb umso mehr sehr herzlich zum diesjährigen Jubiläum. Ich verbinde die Glückwünsche mit meinem Dank an einen der Leistungsträger unter den Vereinen unserer beiden Kommunen. Bei vielen gemeinsamen Unternehmungen hat die Ortsgruppe ihr überragendes Engagement, ihre Leistungsfähigkeit und ihren Zusammenhalt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Denken wir auch an die verschiedenen Feste, bei denen die DLRG stets die jeweiligen Programme bereichert hat. Besonders dankbar bin ich, ist die Stadt Neuffen, dass die Ortsgruppe immer dann zur Stelle ist, wenn es im Höhenfreibad Neuffen Not am Mann hatte und die Badeaufsicht übernommen werden musste.

Hauptanliegen ist und bleibt die Ausbildung vom Schwimmkurs bis hin zur Wasserrettung. Sicher haben tausende von Kindern in den Jahren des Bestehens das Schwimmen bei der DLRG gelernt. Erfreulicherweise gelingt es gerade in Ihrer Ortsgruppe Neuffen-Beuren in hohem Maße, die Kinder und Jugendlichen dauerhaft an den Verein zu binden. Ein großer Dank gilt an der Stelle all denjenigen, die regelmäßig an den Wochenenden auch außerhalb von Neuffen und Beuren ihren Dienst im Ehrenamt versehen, um uns allen ein möglichst unfallfreies Wochenendvergnügen zu gewährleisten.

Möglich ist diese überragende Leistungsbilanz nur, weil es in der Ortsgruppe Neuffen-Beuren eine große Anzahl von Menschen gibt, die sich weit über das normale Maß hinaus ehrenamtlich für ihren Verein einbringen. Ihnen allen gilt mein ganz besonderer Dank. Den ich mit der Hoffnung verbinde, dass dies auch in der Zukunft so bleiben wird. Wenn ich immer wieder gerne zu der jährlichen Hauptversammlung komme, dann erhalte ich spätestens dort den Beweis, dass sich auch in Zukunft genügend junge Menschen finden werden, die diesen Verein, diese Ortsgruppe, auf hohem Niveau tragen werden.

Für die Stadt Neuffen sichere ich Ihnen gerne zu, dass wir der DLRG auch weiterhin ein offener, konstruktiver und hilfreicher Partner sein werden.

Meistens und so auch heute stehe ich bei solchen Veranstaltungen nicht nur mit Worten hier am Pult. Frei nach Wilhelm Busch „Besser ein Onkel, der was mitgebracht hat als eine Tante, die nur Klavier spielt“ darf ich Ihnen, lieber Herr Schmid, mit einem kleinen Scheck das Jubiläumsjahr finanziell ein wenig erleichtern. Unsere Gepflogenheiten bei Vereinsjubiläen sind dergestalt, dass die Stadt pro Jahr 5 Euro überreicht. Das wären bei 75 Jahren insgesamt 375 Euro, wenn ich richtig gerechnet habe. Angesichts der Tatsache, dass Neuffen und Beuren sich auch in dieser Beziehung einig sind, Ihnen mit dem heutigen Festtag den von Ihnen angeschafften Rucksack mit DeFi zu finanzieren, habe ich den Betrag aufgestockt auf einen runden Tausender und den Scheck über diesen Betrag darf ich Ihnen hiermit in die Hände drücken. Und Sie dürfen versichert sein, er ist gedeckt.

Liebe Festgäste, damit wünsche ich Ihnen allen einen wunderschönen Festtag mit angenehmen Gesprächen und der DLRG Ortsgruppe Neuffen-Beuren für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg in seinem Wirken.

Sehr geehrter Herr Homola,
liebe jugendliche Mitbürgerinnen und Mitbürger,
meine Damen und Herren des Gemeinderates Neuffen,
sehr geehrter Herr Rieck vom Kreisjugendring,
liebe Frau Rektorin Maier, lieber Herr Rektor Hoffmann,
verehrte Gäste,

in den letzten 5 Jahren hat sich in der Jugendarbeit Neuffen einiges getan. Angefangen mit der Spielleitplanung hat sich aus diesem Projekt heraus eine Vielzahl von Neuanlagen für unsere Kleinsten in der Neuffener Bürgerschaft entwickelt. Für die Heranwachsenden, die wir heute unter uns begrüßen dürfen, war es höchste Zeit, dass wir in die offene Jugendarbeit eingestiegen sind und mit dem Kreisjugendring einen guten Vertragspartner gefunden haben. Ich glaube, wir sind uns alle einig hier, dass uns nichts Besseres hätte passieren können, als eben über den Kreisjungendring Herrn Homola nach Neuffen zu bekommen.

Noch nicht lange im Amt, hat Herr Homola die Kontakte zu den Jugendlichen aufgenommen und pflegt seither eine hervorragende Jugendarbeit hier bei uns. Neben den alltäglichen Geschäften war es dann eines der ersten Dinge, im letzten Sommer ein Jugendforum zu veranstalten. Auch da waren wir in Neuffen wieder einmal führend und vorbildgebend. Sogar die Vertreter der Presse hatten uns damals bescheinigt, dass es in noch keiner anderen Gemeinde oder Stadt so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer alleine schon bei der Auftaktveranstaltung gegeben hat, wie hier bei uns. Dem gebührt auch nachträglich noch ein großer Applaus und ein großes Dankeschön an Euch, liebe Jugendliche.

Herr Stuhlmüller als bei mir im Hause für die Jugendarbeit zuständiger Amtsleiter und ich waren persönlich anwesend und mehr als angetan darüber, dass von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weder utopische Ideen vorgebracht noch völlig abstruse Vorstellungen vorgeschlagen wurden. An erster Stelle auf der Wunschliste stand ein Jugendraum, gleich gefolgt von einer Skateranlage. Zu beiden Anlagen hatte ich zugesagt, dass wir uns beim Gemeinderat dafür einsetzen wollen, damit es nicht nur bei den Wünschen bleibt, sondern diese auch realisiert werden.

Die Skateranlage ist bereits schon angeschafft und wird in den nächsten Monaten am Spadelsberg aufgebaut. Da gebe ich aber gerne zu, dass uns das Glück ein wenig hold war. Wir konnten aus Neckartenzlingen eine gebrauchte Anlage besorgen, die wir aber erst dann gekauft haben, als Herr Homola mit seinen Skaterinnen und Skatern die Bahn besichtigt und die Daumen nach oben gezeigt hatten.

Noch schneller als die Skateranlage konnten wir an das Jugendhaus gehen und im letzten Jahr gleich nach dem Jugendforum damit beginnen. Da gilt es zunächst Dank zu sagen dem Gemeinderat Neuffen, bei dem es keiner großen Überzeugungsarbeit bedurfte, um einen einstimmigen Beschluss für die Einrichtung eines Jugendraumes zu erhalten. Ein weiterer Dank gilt zu richten an Herrn Rektor Hoffmann und seiner Realschule, die uns und Euch, liebe Jugendliche, hier diesen Raum sofort zur Verfügung gestellt hat. Und ebenfalls Dank verdient hat Frau Rektorin Maier von der Werkrealschule, die es ermöglicht hat, dass die Realschule den abgegebenen Raum dann in ihrer Schule freigemacht hat.

Verehrte Gäste, der Jugendtreff hier wird ein kultureller Jugendtreff sein, ein Ort der Begegnung. Hier kann kulturelle Vielfalt als Erweiterung des eigenen Horizonts, als Bereicherung der Lebenswelten junger Menschen gelebt werden. Mit dem Jugendtreff wird bei der Versorgung mit freizeitpädagogischen Angeboten für ältere Kinder / jüngere Jugendliche eine Angebotslücke in der Stadt Neuffen geschlossen. Dieser Jugendtreff ist nicht nur für die Jugendlichen entstanden, sondern gemeinsam mit ihnen, viel mehr noch durch sie. Sie waren von Anfang an den Planungen beteiligt und es war eine Freude zu sehen und zu vernehmen, wie sehr sie sich mit ihren Ideen eingebracht haben. Sie haben nicht nur Wunschlisten aufgestellt, sondern auch intensiv über Vor- und Nachteile sowie Machbarkeiten diskutiert. Von uns als Verwaltung und Gemeinderat musste eigentlich nur die „Kohle“ bereitgestellt werden.

Ich brauche, so glaube ich, nicht weiter auszuführen, welche großen Vorteile es hat, Jugendliche in den Planungs- und Bauprozess mit einzubinden. So wird dieser Jugendtreff zu ihrem Treff, mit dem sie sich identifizieren können und sicher einen ganz anderen Zugang finden, sich schlichtweg auch verantwortlich dafür fühlen, was sie sich selbst geschaffen haben. Dazu kommt das Erfolgserlebnis, etwas in die Tat umgesetzt haben zu dürfen und dabei zu erleben, welche Fähigkeiten selbst eingebracht werden konnten.

Mit der heutigen Einweihung des Jugendtreffs habt ihr, liebe Mädchen und Jungen aus Neuffen, endlich Euer ersehntes offenes Freizeitangebot und Herr Homola steht Euch ja nahezu rund um die Uhr zur Seite. Ich wünsche Euch viel Freude in Eurer Einrichtung. Der Gemeinderat, meine Verwaltung und ich persönlich werden auch in Zukunft immer ein offenes Ohr für Euch und Eure Wünsche haben. Ob wir dann auch eine offene Kasse für alle Wünsche haben werden, das kann ich natürlich nicht zusichern. Aber ich denke, wir haben das bis jetzt Geschaffene gemeinsam erledigt bekommen, so dass ich auch da der Zukunft sehr hoffnungsvoll entgegen schaue.

Sehr geehrter Herr Ehrenbürger Euchner,
Herr Alt-Bürgermeister Winkler,
lieber Noch-Kollege Roller, liebe Frau Roller,
Sehr geehrter Herr Landrat Eininger,
liebe Kohlberger Bürgerinnen und Bürger,
meine Damen und Herren des Gemeinderates,
Herr Bald-Kollege Taigel, sehr geehrte Familie Taigel,
liebe aktive und ehemalige Kolleginnen und Kollegen,
Herr Bundestagsabgeordneter Michael Hennrich,
verehrte Festgäste.

Gerade mal vor einem halben Jahr durfte ich den Kollegen Erich Hartmann in Beuren verabschieden. Lieber Klaus, wenngleich hier die Panoramatherme fehlt, in der wir den Kollegen Hartmann für sein Wirken gebührend gefeiert hatten, hat Dir die Veranstaltung offensichtlich doch so gut gefallen, dass über Weihnachten Dein Entschluss endgültig geworden ist, nun nach 22 Bürgermeisterjahren, davon 14 Jahre in der Gemeinde Hohenstadt im Landkreis Göppingen und die letzten 8 Jahre hier in Kohlberg, nun ebenfalls in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. Und so stehe ich jetzt schon wieder auf der Bühne und darf Dir die besten Grüße übermitteln

• vom Kreisverband des Gemeindetages,
• vom Bürgermeistersprengel Nürtingen,
• vom Tälessprengel,
• von der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Beuren – Neuffen – Kohlberg,
• vom Gewerbezweckverband Wirtschaftsraum Nürtingen,
• vom Zweckverband „FahrMit“,
• vom Abwasserverband Neuffener Tal,
• von der Jusi-Wasserversorgung,
• vom Kommunalen Rechenzentrum,
• vom Streuobstparadies,
• vom Biosphärengebiet,
• vom Naherholungsverband Schwäbische Alb,
• vom neuen Naherholungsverein des Landkreises Esslingen,
• von der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck,
• vom Verkehrsverein Teck-Neuffen
• sowie von der „Blauen Mauer“

und hoffe, dass mir bei der Aufzählung nichts durchgegangen ist.

Lieber Noch-Kollege, die Projekte, die auf Deine Initiativen als Bürgermeister hier in Kohlberg realisiert wurden, sind alle schon genannt. Im Jahr 2008, dem Jahr Deiner Amtsübernahme fand auch in Kuba ein Regierungswechsel statt – dort schlicht und einfach unter zwei Brüdern. Hier in Kohlberg war es ein Regierungswechsel von Buß zu Roller, was ausschließlich namensrechtlicher Natur war. Aber es wird sogar noch viel interessanter, Du befindest Dich mit Deiner Amtszeit nämlich in wirklich allergrößter Gesellschaft. Kein geringerer als US-Präsident Barack Obama wurde ebenfalls 2008 gewählt und hat sich Deiner Entscheidung aufzuhören angeschlossen und beendet ebenfalls bald seine Amtszeit. Und so schließt sich der Kreis „Kohlberg – Kuba – Amerika – Kohlberg“.

Lieber Klaus, es hat Spaß gemacht, mit Dir nicht nur in der unmittelbaren Nachbarschaft ein kollegiales Miteinander zu pflegen. Auch in all den von mir vorhin genannten Verbänden und Institutionen, denen wir Beide angehören, waren Deine Wortbeiträge von Gewicht.

Ich befinde mich ganz sicher in Übereinstimmung mit allen hier: Du kannst mit Freude und Stolz über Dich und die von Dir geleistete Arbeit sowohl in Hohenstadt wie in Kohlberg in die nun ausschließlich private Zukunft sehen. Wir jedenfalls sehen Dich so mit vielen guten Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, mit viel Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit. Ich selbst möchte diese Worte aber auch mit einem ganz persönlichen Dank für allzeit loyale Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Von all Deinen Kolleginnen und Kollegen im Landkreis Esslingen darf ich Dir einstimmig die allerbesten Grüße und Wünsche für die Zukunft übermitteln. Und frei nach Wilhelm Busch: „Besser ein Onkel, der etwas mitgebracht hat, als eine Tante, die nur Klavier spielt“ bin ich natürlich nicht mit leeren Händen gekommen. Wir hoffen, dass Du an unserem Abschiedsgeschenk viel Freude hast. Du bist ja ein reisefreudiger Mensch und deshalb haben wir uns entschieden, Dir und Deiner Frau einen Reisegutschein zu schenken.

Liebe Festgäste, wenn jemand nach insgesamt 22 erfolgreichen Jahren aus einem Amt tritt, haben die Land auf und Land ab üblichen Abschiedsreden zwei geradezu unverrückbare Sätze. Zu Beginn der Rede heißt es: „Eine Ära geht zu Ende“. Am Schluss der Rede steht der Satz: „Hinter jedem starken Mann steht auch eine starke Frau“. Der erste Satz war mir zu abgedroschen. Den zweiten verwende ich aber sehr wohl. Liebe Frau Roller, auch und insbesondere Ihnen ein ganz besonderes Dankeschön für 22 Jahre Verständnis für den Beruf Ihres Mannes. Für 22 Jahre oftmals auf den Mann, auf den Vater der Kinder verzichten müssen, wenn andere ihren Hobbies nachgegangen sind. Zum obligatorischen Blumenstrauß schließe ich mich gerne Herrn Landrat Eininger an und habe ihn ebenfalls in Form eines Gutscheines dabei.

Liebe Frau Roller, lieber Klaus, euch Beiden alles Gute und vor allen Dingen die Gesundheit und Freude an all dem, was Ihr Euch für die nun verschwenderisch üppige Freizeit alles vorgenommen habt. Es war schön, lieber Klaus, Dich als Kollegen gehabt zu haben.

Und nun zu Ihnen, Herr Bald-Kollege Taigel.

Die Amtsbezeichnung macht Sie zum Meister der Bürgerinnen und Bürger Ihrer Gemeinde. Sie haben von Ihren künftigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Auftrag bekommen, die Gemeinde Kohlberg zu ihrem Wohl (also nicht zu Ihrem persönlichen Wohl, sondern zum Wohl Ihrer Gemeinde und deshalb ist „ihrem“ ja auch klein geschrieben) zu regieren. Als Bürgermeister haben Sie eine besondere Rolle zwischen der vom Gesetz bestimmtem Volksvertretung, sprich Gemeinderat, auf der einen, und den Bürgerinnen und Bürgern, die Sie direkt wählen konnten, auf der anderen Seite.

Demokratie ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der immer wieder neu um Beteiligung werben muss. Politik braucht Visionen, auch wenn Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt mal zum Besten gegeben hat: „wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen“. Ein Bürgermeister muss Ideen haben, wie die Zukunft aussehen könnte, in die er sein Gemeinwesen steuern möchte. Dafür brauchen die Kommunen Bürgermeister, die nicht nur die Visionen mit ihren Gemeinderäten und Bürgerinnen und Bürgern teilen, sondern auch die Strategien dafür entwickeln, um sie zur Zukunft werden zu lassen.

Ich gratuliere Ihnen im Namen Ihrer künftigen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich zu Ihrer Wahl. Wir wünschen Ihnen für Ihre erste Amtszeit viel Erfolg, denn das ist auch der Erfolg Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Eine ruhige Hand, um den immer wieder notwendigen Ausgleich der Interessen vermitteln zu können. Und die Begeisterung an Ihrem Amt, damit Sie Ihre Gemeinderätinnen und Gemeinderäte damit genauso anstecken können, wie die Bürgerinnen und Bürger, sich an der Entwicklung ihrer Gemeinde zu beteiligen. „Wer etwas möchte, der findet Wege – wer etwas nicht möchte, der findet Gründe“, so ein bekanntes Sprichwort. Ein weiteres, dieses Mal aus dem Volksmund, besagt „Geht Dir der Rat aus – so gehst Du aufs Rathaus“. Auf dass es Ihnen mit Ihren Mitarbeiterinnen immer gelingen möge, Ihre Bürgerschaft mit dem richtigen Rat und vielleicht auch der Tat zur Seite zu stehen.

Ein herzliches Willkommen in der Mitte Ihrer Kolleginnen und Kollegen. Und natürlich auch für Sie ein kleines Willkommensgeschenk mit den besten Wünschen auf eine gute und gedeihliche Zusammenarbeit. Den Gutschein für Ihre Frau zum Blumenstrauß gibt es selbstverständlich auch. Auch Ihnen, liebe Frau Taigel, alles Gute an der Seite unseres künftigen Kollegen.

Liebe Mitglieder und Freunde der Jugendmusikschule Neuffen,
sehr geehrte Jubiläumsgäste,
liebe ausländische Einwohner von Neuffen,

„Singen und Musizieren für ein besseres menschliches Miteinander und Füreinander“. Mit dieser besonderen Idee unterstützt die Jugendmusikschule Neuffen die Flüchtlingsarbeit in Neuffen. Als Bürgermeister der Stadt und zugleich aber auch Vorsitzender der Musikschule habe ich deshalb sehr gerne die Schirmherrschaft für das heutige Konzert übernommen.

Die Spenden und Erlöse aus dem heutigen Abend fließen über den Arbeitskreis Asyl ohne Abzug direkt in die Arbeit mit den Flüchtlingen. Nahtlos fügt sich das Konzert in die umfangreichen Bemühungen der Stadt Neuffen ein, durch vielfältige Begegnungen Integration zu ermöglichen und verständliche Sorgen und Vorbehalte unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger abzubauen.

Unsere Musikerinnen und Musiker bieten Ihnen nun eine große musikalische Bandbreite der Unterhaltungsmusik. Das Schülerakkordeonensemble unter der Leitung von Andreas Heimerdinger und die Neuffener Band unter der Leitung von Renate Beck-Winkler haben das Konzert mit der bekannten Europahymne „Ode an die Freude“ von Ludwig von Beethofen eröffnet. Sobald ich die Bühne verlassen habe, spielen Jugendliche moderne Musikstücke. Um darunter vielleicht die beiden bekanntesten zu nennen: „Skyfall“, die Titelmelodie eines der letzten James-Bond-Filme, und „Universum“ von Ich und Ich.

Das neugegründete Lehrersalonensemble gestaltet Musik im großen Stil, ob getragen oder ausgelassen, virtuos oder sentimental. Mit einer Liedauswahl aus der guten alten Zeit, in der Sonne, Liebe und Urlaub mit flotten Tanzrhythmen und schönen Melodien unvergesslich gemacht wurden, zeigt das Ensemble „Die Evergreens“ seine sängerische Qualität. „Das machen nur die Beine von Dolores“, das wir alle kennen, ist nur ein Lied von vielen, die uns das Ensemble präsentieren wird.

Den zweiten Teil des Musikprogramms prägen nach einer kleinen Pause abwechslungsreicher Swing Jazz, ausgefeilter Sound und präzise Soli des Saxophonensembles Denkendorf unter der Leitung von Renate Beck-Winkler und der Bigband Denkendorf mit Bandleader Edmund Dollinger. 20 Musiker versetzen Sie, liebe Gäste, in die Mitte des letzten Jahrhunderts, in der Glenn Miller wohl als die bekannteste Persönlichkeit zu nennen ist.

Freuen wir uns auf einen gelungenen Abend und bedanken uns bei allen Mitwirkenden, die das Konzert gestalten. Renate Beck-Winkler, Andreas Heimerdinger, Edmund Dollinger, die Evergreens, das Schülerakkordeonensemble, das Lehrersalonensemble, das Saxophonquartett Denkendorf, die Neuffener Band und die Bigband Denkendorf habe ich schon genannt. Als Solisten in den einzelnen Vorträgen darf ich Ihnen weiterhin ankündigen Christine Ivanovic an der Violine, Natalie Philippi am Klavier, Yasmin Stoll an der Blockflöte und Ulrich Schwarz am Cello. Und dass alle Musiker und Sänger ohne Gage auftreten, das denke ich, ist ein besonderer Applaus wert.

Den Freunden des Fußballs unter uns darf ich nun abschließend versichern, dass die Veranstaltung rechtzeitig vor Beginn des ersten Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft, das um 21 Uhr beginnt, beendet sein wird. Und damit nicht ich der Schuldige bin, dass es vielleicht doch später wird, möchte ich meine Begrüßung damit abschließen und Ihnen einen unterhaltsamen und vergnüglichen Abend wünschen. Genießen wir gemeinsam die musikalischen Höhepunkte des Konzertes.

Sehr geehrter Herr Landrat Eininger,
liebe Stadträtinnen und Stadträte,
verehrte Gäste,

einschließlich mir selbst hat es bis vorgestern noch niemand so wirklich glauben wollen, dass heute tatsächlich das Gerüst weg und die Baustelle beendet ist. Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie es sich ab nächsten Montag anfühlt, endlich wieder meinen Parkplatz hier benutzen zu können. Mit großer Freude und Zufriedenheit dürfen wir deshalb nach zweieinhalbjähriger Bauzeit nun mit einem „Tag der offenen Tür“ die Einweihung unseres komplett sanierten und im rückwärtigen Bereich umgebauten Rathauses feiern.

Das Rathaus stellt nicht nur durch seine Fassadenrenovierung, die nach den Vorgaben seines Ursprunges vorgenommen wurde, einen besonderen Blickfang dar. Mit der Fertigstellung der Bauarbeiten wird der markanteste Punkt in der Neuffener Stadtmitte in seiner Bedeutung bestätigt. Mit dem Mut zu Neuem, das die historische Stadtbildstruktur aufgreift, wird das Rathaus mit seinen alten Wurzeln einen städtebaulichen Akzent setzen, zugleich aber auch an die alte Stadtstruktur erinnern.

„Das Neuffener Rathaus sucht weit und breit seinesgleichen“, so stand es schon im Jahre 1952 in der Zeitung geschrieben. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Es steht nicht nur geographisch im Mittelpunkt unserer Stadt. Es prägt auch das Gesicht von Neuffen genauso, wie sich in ihm umgekehrt auch der Geist unserer Stadt widerspiegelt. Spät im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden, aber nicht zu spät haben auch wir jetzt ein Rathaus, an und in dem sich der Stolz seiner Bürgerinnen und Bürger, des Gemeinderates und der gesamten Verwaltung einschließlich dem Bürgermeister zeigen darf.

Schon lange vor meiner Zeit wurde im Gemeinderat in einer Klausurtagung über den baulichen und gestalterischen Zustand unseres Rathauses diskutiert, das Thema mangels „Masse“ aber wieder verworfen. Letztendlich gab es aber nun allein schon aus energetischer Sicht kein weiteres Zögern mehr. Zumindest die uralten und undichten Fenster mussten zwingend ausgetauscht werden. In den Vorberatungen im Bauausschuss war man sich dann schnell darüber einig, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, dies zum Anlass für eine Generalsanierung zu nehmen.

Erleichtert wurde die Entscheidung des Gemeinderates für eine Komplettsanierung durch die Möglichkeit, im Rahmen des Städtebauförderungsprogrammes, dem die Stadt Neuffen in verschiedenen unterschiedlichen Quartieren seit 1978 angehört, in den Genuss von nicht unerheblichen Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg zu kommen. Und noch weiter erleichtert wurde es dem Gemeinderat letztendlich dadurch, dass das Programm, in dem sich das Rathaus befand, definitiv im Jahr 2016, also in diesem Jahr, ausläuft.

Das ab jetzt moderne und zweckmäßige Gebäude sowie die Raumaufteilungen und Raumgestaltungen haben zu einem angenehmen und freundlichen Ambiente geführt, wovon sich jeder überzeugen kann und wie es sich mancher gar nicht vorstellen konnte. Wir wollten ein Rathaus mit Herz, ein Gebäude, dessen Fassade und Raumgliederung, dessen Ausstattung von Bildern bis zu den Beleuchtungskörpern, von der Gestaltung des neuen Trauzimmers bis zum im historischen Stil eingerichteten Sitzungssaal, ein Beispiel für schlichte, aber dennoch geschmackvolle Funktionalität geben. Ganz wichtig waren uns auch die Verbesserung der Bürgerfreundlichkeit, die alleine schon die Glastüren mit sich gebracht haben, sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für unsere Rathaus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.

Ein Rathaus ist mehr als nur ein Gebäude, denn es nimmt im Leben einer Kommune seit jeher eine zentrale Bedeutung ein. Es ist Sitzungsort des Gemeinderates und zugleich Inbegriff gemeindlicher Politik und kommunaler Selbstverwaltung. Darüber hinaus ist es, was an sich noch viel wichtiger ist, Anlaufstelle für eine Vielzahl von Anliegen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger in deren Alltag. „Geht Dir der Rat aus“, sagt der Volksmund, „so gehe ins Rathaus.“ Kundenfreundliche Öffnungszeiten und modernste Bürokommunikation bieten ein nach modernen Gesichtspunkten ausgerichtetes Dienstleistungsunternehmen, das ein Rathaus auch sein soll, ja sogar sein muss, so meine Devise.

Mein Dank gilt meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie insbesondere den Bewohnern und Geschäftsleuten in der unmittelbaren Nachbarschaft. Sie haben während der Bauzeit viele Erschwernisse, Lärm und Staub hinnehmen müssen.

Für die schon genannte finanzielle Unterstützung aus dem Sanierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg habe ich der Regierung unseres Bundeslandes sowie dem Regierungspräsidium Stuttgart zu danken. Ein weiterer Dank gilt Ihnen, sehr geehrter Herr Landrat, sowie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihres Hauses für die kompetente Unterstützung und Beratung.

Ein besonderer Dank gilt aber allen am Bau beteiligten Planern und Handwerkern, die ihr ganzes Können aufgeboten haben, um die Stadt Neuffen um ein bauliches Schmuckstück zu bereichern.

Ich darf damit unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, Besucher und Gäste im neuen Rathaus ganz herzlich begrüßen. Ich wünsche mir, dass sich alle im neuen Ambiente wohlfühlen und es als Haus der Begegnung und Kommunikation annehmen werden. Es ist Ihre Stadtverwaltung, die Sie dort in angenehmer und arbeitsgerechter Atmosphäre künftig noch besser bedienen möchte, als es in der Vergangenheit schon der Fall war. Wir alle haben Grund uns über das Werk zu freuen. Das neue Symbol unserer kommunalen Selbstverwaltung, das Sinnbild gemeindlicher Eigenverantwortung und das Zentrum lebendigen Bürgersinns stehen Ihnen weit offen.

Ach so, Geld hat die Sanierung leider auch gekostet. Für die Innensanierung kommen wir bei den auch so veranschlagten 850.000,– € raus. Mit rund 700.000,– € schlagen die Kosten für die Dach- und Fassadensanierung zu Buche. Nun könnte man zur Finanzierung die Idee unserer Vor-Vor-Vor-Vorgänger von vor rund 360 Jahren aufgreifen. Als damals nach dem Stadtbrand u. a. auch das Rathaus wieder aufgebaut wurde, hat man einfach eine objektbezogene Steuer eingeführt. Dies wollen wir aber nicht als Vorbild nehmen und sind stattdessen mit den schon angesprochenen Zuschüssen des Landes in Höhe von 60 % der förderfähigen Kosten sehr zufrieden. Und den Eigenanteil können wir aufbringen, ohne eine Kreditaufnahme zu tätigen. Darauf sind wir besonders stolz und mein abschließender Dank gilt deshalb dem gesamten Gemeinderat, der mit seinen Beschlüssen und Bereitstellung der Gelder die Maßnahme erst möglich gemacht hat.

Lieber Noch-10-Tage-Kollege Erich Hartmann, liebe Jutta,

liebe Beurener Bürgerinnen und Bürger,
meine Damen und Herren des Gemeinderates,
sehr geehrter Herr Landrat Eininger,
Herr in 11 Tagen Neu-Kollege Daniel Gluiber, sehr geehrte Frau Gluiber,
liebe aktive und ehemalige Kolleginnen und Kollegen,
meine Herren Abgeordnete des Bundes- und Landtages,
verehrte Festgäste.

Erich Hartmann hatte mich irgendwann im Mai darum gebeten, dass ich ihn im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen verabschieden solle. Schließlich hätte er selbiges sowohl bei meinem Vor-Vorgänger als auch meinem Vorgänger getan und jetzt sei doch endlich auch Neuffen mal dran, sich dafür zu revanchieren. Ich hatte ihm sofort zugesagt, aber um ein Haar wieder absagen müssen. Als ich am 4. Oktober beim ersten Wahlgang hier doch tatsächlich eine Stimme bekommen habe, hatte ich mir ernsthaft überlegt, in die Stichwahl zu gehen. Nach ausführlicher Beratung mit meinem Wahlkampfteam bin ich dann aber zum Ergebnis gekommen, es doch nicht zu tun. So konnte ich Dir, lieber Erich, dann doch endgültig für heute zusagen in der Befriedigung, dass Du in Neuffen zwar zwei Bürgermeister geschafft hast, aber mich als Dritten dann letztendlich doch nicht. Und so darf ich Dir die Grüße übermitteln

  • vom Kreisverband des Gemeindetages,
  • von den beiden Bürgermeistersprengel Kirchheim und Nürtingen,
  • vom Tälessprengel,
  • von der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Beuren – Neuffen – Kohlberg,
  • vom Gewerbezweckverband Wirtschaftsraum Nürtingen,
  • vom Zweckverband „FahrMit“,
  • vom Abwasserverband Neuffener Tal,
  • von der Landeswasserversorgung,
  • vom Kommunalen Rechenzentrum,
  • vom Streuobstparadies,
  • vom Biosphärengebiet,
  • vom Schwäbischen Alb Tourismus,
  • vom Verkehrsverein Teck-Neuffen
  • sowie von der „Blauen Mauer“

und hoffe mal, dass ich bei der Aufzählung jetzt nichts vergessen habe.

Als ich vor fünf Jahren hier ins Täle gekommen bin und mich natürlich auch nach meinem Nachbarkollegen Erich Hartmann und dessen Amtszeiten erkundigt habe, kam unisono die Antwort: „Der war schon immer da“. Das genaue Datum für das gefühlte „Immer“ haben wir alle heute Abend schon mehrfach gehört. Viermal ist er von Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger von Beuren, gewählt worden. Nun hält er vom Renteneintrittsalter 67 nicht allzu viel und hat es daher vorgezogen, jetzt nach 32 Jahren Amtszeit in ein paar Tagen in das einzutreten, was man gemeinhin den Ruhestand zu nennen pflegt. Ob es allerdings wirklich ein Ruhestand wird, oder nicht vielleicht doch eher ein Un-Ruhestand, das wird man sehen. So wie ich ihn kenne, erwarte ich eher Letzteres.

Lieber Noch-Kollege, die Projekte, die auf Deine Initiativen als Bürgermeister und Kurdirektor realisiert wurden, sind alle schon genannt. Aber ein ganz klein wenig ZDF (Zahlen – Daten – Fakten) will ich doch auch noch beisteuern. Was war eigentlich 1984 in Deutschland alles so geschehen, außer dem Ereignis Deiner Amtsübernahme hier in Beuren natürlich:

  • Helmut Kohl war Bundeskanzler, welch Überraschung.
  • Noch eine Überraschung: der VfB Stuttgart wurde Deutscher Meister.
  • Richard von Weizsäcker wurde zum Bundespräsidenten gewählt.
  • Der Liter Normalbenzin kostete 1,325 DM.
  • Das Maß Bier auf dem Münchener Oktoberfest 6,– DM.
  • „Umweltauto“ war das Wort des Jahres.
  • Die Gurtpflicht wurde eingeführt.
  • Ebenso die 35-Stunden-Woche (jedoch nicht für Bürgermeister Hartmann).
  • Mit Sat.1 und RTL startete das Privatfernsehen.
  • Helene Fischer erblickte das Licht der Welt.
  • Der „Vogel des Jahres“ war der Weißstorch, also nicht der Halsbandschnäpper.
  • Selbigen gab es zwar schon, aber für Ungemach u. a. auch in Beuren hatte er damals noch nicht gesorgt.
  • Und mangels Halsbandschnäpper gab es einen Herrn Dr. Bauer beim Landratsamt Esslingen wahrscheinlich auch noch nicht.
  • Und heute wäre der Halsbandschnäpper zumindest in Beuren wohl eher der „Un“-Vogel des Jahres.

Lieber Erich, wer Dich kennt weiß: fast nichts kann Dich aufregen, es sei denn besagter Halsbandschnäpper, sowie zu langsame und träge Verfahrensabläufe. Du bist kein Freund allzu vieler und schon gar nicht hohler Worte. Ausufernde Diskussionen im Kreise der Kolleginnen und Kollegen oder in den Verbänden, denen wir gemeinsam angehören, hast Du mit den wenigen Worten beenden können. Deine Beiträge aber, die hatten großes Gewicht, egal in welcher Funktion oder Position Du sie an die Frau, an den Mann, in die Runde gebracht hast. Bei allem, was Du für die Gemeinde Beuren und die Verbände getan hast, war Dir immer wichtig, Dir selbst treu zu bleiben.

„Wer etwas möchte, der findet Wege. Wer etwas nicht möchte, der findet Gründe“. Du gehörst eindeutig zu den Erstgenannten. Und ich befinde mich ganz sicher in Übereinstimmung mit allen hier: Du kannst mit Freude und Stolz über Dich und die von Dir geleistete Arbeit in die nun ausschließlich private Zukunft sehen. Wir jedenfalls sehen Dich so mit vielen guten Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, mit viel Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit. Ich selbst möchte diese Worte aber auch mit einem ganz persönlichen Dank für allzeit loyale Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Einem Kollegen irgendwo im Lande haben seine Kolleginnen und Kollegen im Kreis mit 21 zu 9 Stimmen alles Gute für die Zukunft gewünscht. Dies war bei Dir selbstverständlich nicht der Fall. Und deshalb verrate ich Dir was: von all Deinen Kolleginnen und Kollegen im Landkreis Esslingen darf ich Dir einstimmig die allerbesten Grüße und Wünsche für die Zukunft übermitteln. Und frei nach Wilhelm Busch: „Besser ein Onkel, der etwas mitgebracht hat, als eine Tante, die nur Klavier spielt“ bin ich natürlich nicht mit leeren Händen gekommen. Wir hoffen, dass Du an unserem Abschiedsgeschenk, einem Reisegutschein, viel Freude hast.

Liebe Festgäste, wenn jemand nach 32 erfolgreichen Jahren aus dem ersten Amt einer Gemeinde oder Stadt tritt, haben die Land auf und Land ab üblichen Abschiedsreden zwei geradezu unverrückbare Sätze. Zu Beginn der Rede heißt es: „Eine Ära geht zu Ende“. Am Schluss der Rede steht der Satz: „Hinter jedem starken Mann steht auch eine starke Frau“. Den ersten Satz habe ich nicht verwendet, weil zu abgedroschen. Den zweiten verwende ich aber sehr wohl. Liebe Jutta, auch und insbesondere Dir ein ganz besonderes Dankeschön für 32 Jahre Verständnis für den Beruf Deines Mannes. Für 32 Jahre oftmals auf den Mann, auf den Vater der Kinder verzichten müssen, wenn andere ihren Hobbies nachgegangen sind. Zum obligatorischen Blumenstrauß schließe ich mich gerne Herrn Landrat Eininger an und habe ihn ebenfalls in Form eines Gutscheines dabei.

Liebe Jutta, lieber Erich, euch Beiden alles Gute und vor allen Dingen die Gesundheit und Freude an all dem, was Ihr Euch für die nun verschwenderisch üppige Freizeit alles vorgenommen habt. Ich bin stolz darauf, lieber Erich, Dich als Kollegen gehabt zu haben.

Und nun zu Ihnen, Herr Bald-Kollege Gluiber.

Die Amtsbezeichnung macht Sie zum Meister der Bürgerinnen und Bürger Ihrer Gemeinde. Sie haben von Ihren künftigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Auftrag bekommen, die Gemeinde Beuren zu ihrem Wohl (also nicht zu Ihrem persönlichen Wohl, sondern zum Wohl Ihrer Gemeinde und deshalb ist „ihrem“ ja auch klein geschrieben) zu regieren. Als Bürgermeister haben Sie eine besondere Rolle zwischen der vom Gesetz bestimmtem Volksvertretung, sprich Gemeinderat, auf der einen, und den Bürgerinnen und Bürgern, die Sie direkt wählen konnten, auf der anderen Seite.

Demokratie ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der immer wieder neu um Beteiligung werben muss. Politik braucht Visionen, auch wenn Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt mal zum Besten gegeben hat: „wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen“. Ein Bürgermeister muss Ideen haben, wie die Zukunft aussehen könnte, in die er sein Gemeinwesen steuern möchte. Dafür brauchen die Kommunen Bürgermeister, die nicht nur die Visionen mit ihren Gemeinderäten und Bürgerinnen und Bürgern teilen, sondern auch die Strategien dafür entwickeln, um sie zur Zukunft werden zu lassen.

Ich gratuliere Ihnen im Namen Ihrer künftigen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich zu Ihrer Wahl. Wir wünschen Ihnen für Ihre erste Amtszeit viel Erfolg, denn das ist auch der Erfolg Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Eine ruhige Hand, um den immer wieder notwendigen Ausgleich der Interessen vermitteln zu können. Und die Begeisterung an Ihrem Amt, damit Sie Ihre Gemeinderätinnen und Gemeinderäte damit genauso anstecken können, wie die Bürgerinnen und Bürger, sich an der Entwicklung ihrer Gemeinde zu beteiligen.

Ein herzliches Willkommen in der Mitte Ihrer Kolleginnen und Kollegen. Und natürlich auch für Sie ein kleines Willkommensgeschenk mit den besten Wünschen auf eine gute und gedeihliche Zusammenarbeit. Und wenn Sie länger als ich im Amt bleiben, was zumindest vom Alter her zu erwarten sein dürfte, dann darf ich Ihnen bereits jetzt schon ankündigen, dass dann Sie an der Reihe sind, am Tage X mich in Neuffen zu verabschieden.

Den Gutschein für Ihre Frau zum Blumenstrauß gibt es selbstverständlich auch. Auch Ihnen, liebe Frau Gluiber, alles Gute an der Seite unseres künftigen Kollegen. Jutta heißen Sie ja auch, so dass zumindest in der Beziehung die Kontinuität in Beuren schon mal gegeben ist.

Verehrte Anwesende, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am Volkstrauertag, wenn in Deutschland die Fahnen auf Halbmast wehen, gedenken wir der deutschen Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Wir begehen in diesem Jahr einen bedeutenden Jahrestag, das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren. 1945 befreiten die Alliierten Deutschland vom Nationalsozialismus und beendeten damit das Sterben auf den Schlachtfeldern, in den Vernichtungslagern und in den ausgebombten Städten.

Sind wir also, wenn wir der Kriegstoten des 20. Jahrhunderts gedenken, in einer weit zurückliegenden Vergangenheit, die uns ohne Berührungspunkte zum Hier und Jetzt nicht mehr ängstigen muss? Die Schreckensbilder in den Abendnachrichten machen rasch deutlich, dass die Welt auch heute nicht vom Frieden regiert wird und Menschen nach wie vor unter Hunger, Krieg und Verfolgung leiden. So sind unsere Gedanken in diesem Jahr auch bei allen Opfern von Konflikten auf dieser Welt. Um die Fehler von gestern nicht zu wiederholen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Indem wir die Toten und die Orte des Schreckens nicht vergessen, wird ein unerlässlicher Beitrag zum Frieden und zur Demokratie in der Gegenwart geleistet.

Die Notwendigkeit, der Toten zu gedenken, wird in Anbetracht der Feinde unserer Demokratie erneut deutlich. Viele der terroristischen Gruppen, die auch auf junge Menschen eine hohe Anziehungskraft ausüben, sehen im europäischen Integrationsprozess die Wurzel allen Übels. Richtig ist, dass die Europäische Union vor großen Herausforderungen steht, wodurch sie regelmäßig auch unter Legitimierungszwang gerät. Die Notwendigkeit des europäischen Zusammengehens lässt sich wohl kaum eindrucksvoller unter Beweis stellen, als durch einen Blick auf das 20. Jahrhundert. Erst das Zusammenrücken der Nationen hat einen verlässlichen Frieden ermöglicht, welcher zuvor nicht möglich schien. Die Kriegsgräber von Millionen Toten mahnen die Lebenden und sind deshalb bedeutender Teil unserer europäischen Identität. Auch deshalb dürfen wir sie nicht radikalen Europagegnern, Extremisten und Nationalisten überlassen.

Lassen Sie uns deshalb auch gemeinsam dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge danken. Der VdK liefert seit fast 100 Jahren einen wichtigen Beitrag. Er erhält und pflegt im Auftrag der Bundesregierung Ruhestätten von Soldaten als Mahnmale gegen Krieg und Gewaltherrschaft. In 45 Staaten und auf derzeit 832 Friedhöfen gibt er den Toten ein Grab und ermöglicht damit ein Abschiednehmen, ein Trauern und Erinnern.

Siebzig Jahre Kriegsende, das sind auch Jahrzehnte seit dem Beginn der deutschen Teilung, die Familien, Freunde, ja ganze Gemeinden auseinander riss. Der Osten Europas, der bis 1990 vom Sowjetkommunismus beherrscht wurde, konnte erst mit dem Fall der Berliner Mauer zusammenwachsen und am europäischen Integrationsprozess teilhaben. Mit dem Sieg von Freiheit und Demokratie in den weitgehend friedlichen Umbrüchen vor 25 Jahren begann ein neues Zeitalter für Europa. Indem wir an diejenigen erinnern, denen diese universellen Werte nicht zuteilwurden, unterstreichen wir ihre Bedeutung als ein hohes und schützenswertes Gut. Hierin sehe ich eine unserer vordringlichsten Aufgaben, nicht nur am Volkstrauertag.

Liebe Blutspenderinnen, liebe Blutspender,
liebe Vertreter der schreibenden Zunft,
liebe Gäste,

Für mich als Bürgermeister der Stadt Neuffen ist es eine besondere Ehre und Freude, Ihnen, liebe Blutspenderinnen und Blutspender, meine herzlichen Glückwünsche aussprechen zu können. Wir sind stolz auf Mitbürgerinnen und Mitbürger wie Sie, die Sie über Jahre hinweg immer wieder bewiesen haben, dass Nächstenliebe, Verantwortungsgefühl und Hilfsbereitschaft für Sie nicht nur leere Worthülsen sind, sondern gelebte echte Werte. Dies ist in einer Zeit, in der viele leider nur zu oft nach persönlichem Nutzen und Profit streben, umso höher zu bewerten.

Ich danke Ihnen herzlich für diese „Lebensrettung“, die Sie schwer kranken und verletzten Menschen gegeben haben und hoffentlich auch weiterhin geben werden. Ich danke aber auch dem DRK Neuffen, das in unermüdlicher Art und Weise und mit großem Einsatzwillen die Blutspendenaktionen hier in Neuffen organisiert und damit das möglich macht, warum wir uns heute hier zusammengefunden haben. Um Sie, liebe Blutspenderinnen und Blutspender zu ehren.

Ohne Sie und Ihresgleichen im ganzen Land könnte unsere medizinische Versorgung nicht aufrechterhalten werden, könnten wir unseren hohen Stand nicht wahren. Sie, die Spenderinnen und Spender, stehen am Anfang der Kette der Blutversorgung. Sie sind ihr wichtigstes Glied. Ihr Beitrag ist der Lebensrettende und Sie sind Lebensretter der ganz besonderen Art. Ihre Tat besteht nicht darin, auf aufrüttelnde Medienbilder über Katastrophen und Hilfsbedürftige mit einem Scheck oder Sachleistungen reagiert zu haben. Ihre Tat besteht vielmehr darin, eine Vielzahl von Blutspendenterminen wahrgenommen und auf diese Weise selbstlos Hilfe für Unbekannte geleistet zu haben. Sie wissen nicht, wem Sie helfen. Sie werden es auch nie erfahren. Und trotzdem ist es Ihnen ein Anliegen, Verantwortungsbewusstsein für Ihre Mitmenschen und unsere Gesellschaft zu übernehmen und damit wahren Bürgersinn zu beweisen.

Vieles ist in der modernen Medizin möglich geworden, was vielleicht vor 30 Jahren noch als unvorstellbar galt. Dies gilt auch für die Anwendung von Blut und Blutprodukten. Denken Sie nur an solche Diagnosen wie die Bluterkrankheit oder Leukämien, die früher faktisch immer ein Todesurteil waren. Hier helfen Blutspenden ganz konkret und zielgerichtet. Die medizinischen Möglichkeiten sind zwar besser geworden, einen umfassenden Ersatz für Spenderblut gibt es aber nach wie vor nicht. Im Gegenteil, der Bedarf an Spenderblut steigt ständig. Die größten Einsatzgebiete für Blut und Blutprodukte sind aktuell Krebs- und Herzerkrankungen sowie Magen- und Darmkrankheiten. Wir brauchen also auch weiterhin engagierte Blutspenderinnen und Blutspender wie Sie.

Die heute anwesenden Blutspenderinnen und Blutspender zählen ja bereits zu den Profis unter den Blutspenderinnen und Blutspendern unserer Stadt. Ich danke Ihnen und auch all denen, die heute leider nicht anwesend sein können, ganz herzlich für Ihr Pflichtgefühl und Ihr Verantwortungsbewusstsein, sich selbstlos für die Gesundheit und das Leben anderer einzusetzen. Blut spenden ist für Sie Herzens- und Ehrensache – Ihr Handeln Vorbild.

Dafür erhalten Sie heute als kleines Zeichen großer Anerkennung eine Ehrennadel. Ich bin sehr froh, stolz und dankbar dafür, dass bei uns in Neuffen viele Menschen bereit sind, Blut zu spenden. Wie vielen Menschen, die auf eine Bluttransfusion, auf Blutplasma oder ein aus Blutprodukten hergestelltes Medikament angewiesen waren, mit diesen Spenden geholfen werden konnte, lässt sich nicht genau nachvollziehen. Fest steht unterdessen, dass der Bedarf an Blutspenden kontinuierlich steigt. Schon aus einem ganz einfachen Grund: unsere Gesellschaft wird immer älter.