apeifer

1 2 3 10

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Gäste.

Einen Kollegen unter uns darf ich heute Abend ehren, der fast auf den Monat genau 40 Jahre den Gemeinderat bereichert. 1980 erstmals hier in dieses Gremium eingezogen, wurde er bei den folgenden acht Kommunalwahlen jeweils souverän wiedergewählt. Was einen Vertrauensvorschuss bedeutet, den sich unser Kollege Hans Maier erarbeitet, den er aber auch mehr als verdient hat.

Mein Vorgänger Wolfgang Schmidt, den Hans Maier über dessen gesamte Amtszeit von 24 Jahren begleitet hat, musste für heute Abend aus persönlichen Gründen leider absagen. Aber begrüßen darf ich unseren ehemaligen Kämmerer Albrecht Klingler, der bereits vor Altbürgermeister Schmidt im Rathaus war und auch nach Wolfgang Schmidt das Wirken von Hans Maier miterleben durfte. Begrüßen darf ich unseren Bauhofleiter Sven Seiler, der viele Ideen von Hans Maier umsetzen darf, worauf ich nachher noch komme. Und selbstverständlich als allerlängste Begleiterin unseres Jubilars darf ich seine Ehefrau Jutta heute Abend ganz besonders willkommen heißen. Und natürlich auch seine Verwandten und Bekannten, die heute Abend unter uns sind.

Ich freue mich sehr, dass ihr meine Einladung für heute Abend angenommen habt und mit Eurer Anwesenheit die Verbundenheit zu Hans Maier bekundet. Die ich bei Dir, liebe Jutta, natürlich vorausgesetzt habe.

1980, vierzig Jahre her. Was war eigentlich alles von besonderer Bedeutung, das an 1980 erinnert?

• Der Liter Benzin kostete damals 1,19 DM, Super 1,21 DM und Diesel 1,16 DM
• Der Heizölpreis lag bei 63 Pfennig
• Der Liter Bier kostete 1,64 DM
• Die Sommerzeit wurde eingeführt
• Der Zauberwürfel erfunden
• Für die Blechtrommel gab es den Oscar
• Olympia fand in Moskau statt unter Boykott wegen dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan
• Karl Carsensen war Bundespräsident
• Helmut Schmidt Bundeskanzler
• Die Partei der GRÜNEN wurde gegründet
• Eintracht Frankfurt war Pokalsieger
• Bayern München Deutscher Meister
• Karl-Heinz Rummenigge war Fußballer des Jahres
• einen Baum des Jahres gab es damals noch nicht, der wurde erst 1989 eingeführt
• dafür gab es aber bereits schon den Vogel des Jahres, das war das Birkhuhn

1980 bis heute, 40 Jahre Neuffener Stadtrat. Damit ist Hans Maier Halter eines einmaligen Rekords. Acht vollständige Wahlperioden plus ein Jahr der laufenden Periode, da könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass er bereits schon 41 Jahre seine kommunalpolitischen Spuren hinterlässt. Aber auch da ist Kollege Hans Maier der einzige aktive Stadtrat, der 1984 die Änderung des Wahlrechts mitgemacht hat. Bis dahin waren die Wahlperioden auf jeweils nur vier Jahre festgesetzt, dann wurden sie auf fünf Jahre aufgestockt.

Würde ich all die Maßnahmen aufzählen, die in der Zeit von Hans Maier in Neuffen umgesetzt wurden, dann würden wir uns noch morgen früh hier sehen. Deshalb möchte ich mich auf die wesentlichen Themen und Projekte beschränken, die da wären:

• Zunächst hat Kollege Hans Maier drei Bürgermeister erlebt. Von Kurt Schmid über Wolfgang Schmidt bis hin zu meiner Wenigkeit.
• Noch unter Kurt Schmid ins Landessanierungsprogramm aufgenommen, hat sich die Stadt Neuffen in zwischenzeitlich vier Quartieren verändert und dabei wesentlich verbessert.
• Die Totalrenovierung vom Großen Haus unter Kurt Schmid war wohl eines der ersten Großprojekte, die Du, lieber Hans, mitbeschlossen hast. Dass wir jetzt schon wieder zumindest an die Fachwerksanierung gehen müssen, ist nicht den damaligen Mandatsträgern anzulasten, sondern einfach dem Zeichen der Zeit geschuldet.
• Die Stadtkernumfahrung mit der Verkehrsentlastung der Hauptstraße und die Neugestaltung vom Stadtkern waren unter Wolfgang Schmidt Großprojekte, die Du mit Deinen damaligen Kolleginnen und Kollegen erfolgreich realisieren konntest.
• Die komplette Neugestaltung vom Hirschpost-Areal war ein Projekt, das der jüngeren Vergangenheit ebenso zuzuordnen ist, wie die Sanierung unseres Rathauses.
• Die Stadthallensanierung ist ebenfalls ein jüngeres Projekt, das beschlossen ist und mit Beginn des neuen Jahres anfängt. Das Dich also auf jeden Fall die noch verbleibende Wahlperiode begleiten wird.
• Die Entwicklung der Schulen lag und liegt Dir am Herzen. Dass diese heute so dastehen, ist mitunter auch Dein Verdienst bei den Beratungen hier im Rat. Der bereits begonnene Bau der Mensa rundet das Thema ab als Projekt für die Zukunft.
• Alle Kindergärten wurden in den letzten 40 Jahren gebaut, saniert, erweitert, wie auch der Waldkindergarten eingerichtet wurde.
• Der Neubau des Feuerwehrmagazins fällt in Deinen Wirkungszeitraum.
• Die Friedhöfe samt Aussegnungshallen waren und sind ein Steckenpferd von Dir.
• Die Baugebietsausweisungen und damit verbunden die Stadtentwicklung waren und sind Dir wichtig.
• Die Neuffener Unterwelt ist Dir bestens bekannt. Damit ist nicht Dein Beruf bei der Kripo gemeint. Vielleicht aber auch das. Aber vordergründig die Neuffener Kanalisation, die aufgrund der Beschlüsse im Gemeinderat regelmäßig mit der Kamera befahren werden muss.
• Die Verkehrsregelungen sowie das Parken im Stadtgebiet waren und sind Themen, denen Du Dich angenommen hast und annimmst.
• Im Gutachterausschuss warst Du die letzten Jahrzehnte Mitglied und seit 2004 bist Du bis heute der Vorsitzende.
• Deine Mitgliedschaft im Bauausschuss darf ich ebenfalls erwähnen.
• Ebenso, dass Du nach der Kommunalwahl 2014 von Jörg Döpper den Vorsitz Deiner CDU-Fraktion übernommen hast und bis heute Fraktionsvorsitzender bist.
• Den Beitritt der Stadt Neuffen zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb hast Du mitbeschlossen. Ebenso die Gründung vom Abwasserverband Neuffener Tal sowie die Gründung des Gewerbezweckverbands Wirtschaftsraum Nürtingen. Zahlreiche weitere Zweckverbände und Vereinigungen, in denen wir als Stadt Mitglied sind, gehören ebenfalls auf die Liste Deines vierzig Jahre langen Wirkens für Neuffen und seine Bürgerschaft.

Herausstellen kann und darf ich für Dich, lieber Hans, dass zusammen mit all Deinen Kolleginnen und Kollegen auch Du Dich als ehrenamtlich tätiger Kommunalpolitiker unter Hintenanstellen persönlicher Interessen für das Allgemeinwohl engagierst. Du hast viel Deiner Freizeit geopfert. Du hast Dich für das Wohl unserer Stadt eingesetzt und viele wichtige Entscheidungen der letzten vier Jahrzehnte mitgetragen. Du hast Dich für wegweisende Projekte stark gemacht. Ich fasse es einfach zusammen: womit unsere Stadt heute punkten kann, daran hast auch Du maßgeblich mitgewirkt.

Lieber Hans, Dir kann man alles Mögliche nachsagen, aber ganz sicher nicht, dass Du unvorbereitet zu einer Sitzung kommst. Kein Tagesordnungspunkt, zu dem eine vorherige Ortsbesichtigung für die Entscheidungsfindung von Vorteil ist, ohne dass Du Dir die örtlichen Gegebenheiten nicht angeschaut hättest. Das zeichnet Dich neben vielen anderen Dingen aus. Von Deinen regelmäßigen Spaziergängen mit Deiner Jutta rund um und durch Neuffen kamen immer konstruktive Anregungen, wo was im Argen liegt und verbessert werden könnte. Dank der modernen Technik kommen da die Fotos von Dir direkt vom Ort des Geschehens per WhatsApp auf mein Handy. Und unser Bauhofleiter freut sich dann, wenn ich ihm ebenso schnell und unabhängig von Tag und Uhrzeit alles mit der Ansage zur Erledigung weiterleite.

Für Dein Engagement im Gemeinsinn bedanke ich mich heute im Namen aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, im Namen Deiner ehemaligen und aktuellen Ratskolleginnen und -kollegen, aber auch persönlich bei Dir ganz herzlich. Das alles hört sich jetzt so ein wenig nach Abschied an, ist es zum Glück aber nicht. Deshalb gibt es auch keine Armbanduhr und auch keine Flasche Wein pro Wahlperiode. All das hat noch Zeit bis mindestens 2024, also bis zum Ende der laufenden Amtszeit des Gemeinderats. Ich betone dabei ausdrücklich das Wort „mindestens“.

Solch ein Jubiläum, 40 Jahre ununterbrochen Stadtrat zu sein, bringt aber trotzdem eine dem Anlass angepasste Ehrung mit sich. Der Gemeindetag hat dafür auch eine besondere Form des Dankeschöns parat. Urkunde, Steele und Anstecknadel darf ich Dir mit den besten Grüßen unseres Präsidenten Roger Kehle gleich überreichen.

Selbstredend möchte ich, bevor ich nun zum Schluss komme, in unserer aller Dank auch Deine Ehefrau Jutta mit einbeziehen. Sie hat in all den Jahren nicht nur halb-dienstliche Spaziergänge mit Dir gemacht, sondern manche Stunden auf ihren Hans verzichten müssen und ihm den Rücken freigehalten. Deshalb gilt Dir, liebe Jutta, ein ganz besonderer Dank. Und dies nicht nur mit einem warmen Händedruck, sondern mit einem Blumenstrauß, den ich Dir hiermit überreichen darf.

Sehr geehrter Herr Pfarrer Groh,
liebe Familie Groh,
sehr geehrter Herr Dekan Waldmann,
werte Mitglieder des Kirchengemeinderates,
liebe Pfarrgemeinde,
liebe Gäste,

gerne bin ich der Bitte nachgekommen, Sie, sehr geehrter Herr Groh, für die weltliche Gemeinde als neuen Pfarrer der Kirchengemeinde Neuffen in unserer Stadt zu begrüßen. Ich heiße Sie und Ihre Familie für Ihre neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger, für den Gemeinderat und für die Verwaltung herzlich willkommen.

Ich habe jetzt die Ehre, schon wieder hier vom Altar aus grüßen und reden zu dürfen. Wie oft ich wegen Verabschiedungen und Begrüßungen Ihrer Vorgänger sowie Pfarrdiakone hier gestanden bin, das vergessen wir einfach mal und halten keinen Rückblick. Jetzt ist es mir vergönnt, wieder jemanden willkommen zu heißen. Und auch die weltliche Gemeinde freut sich, dass die Vakanz zum Glück nur wenige Monate angehalten hat, mit dem heutigen Tag beendet ist und gratuliert Ihnen zu Ihrer Ernennung.

Sie haben auf Ihrer persönlichen Reise alles richtig gemacht. Von Berlin nach Stuttgart, von Stuttgart nach Böblingen und nun von Böblingen nach Neuffen. Sich also immer in Städten aufgehalten und immer eine Steigerung vorgenommen. Zwar nicht einwohnermäßig, da sind Sie gerade umgekehrt verfahren. Aber auf jeden Fall von der Attraktivität her, da haben Sie unser Neuffen völlig zu recht an den Schluss Ihrer bisherigen Wanderung gesetzt.

Ihren Vorgänger, Herrn Pfarrer Seibold, wollte ich eigentlich mit einem Gutschein für freies Parken in Neuffen willkommen heißen, damit er ohne Sorge, vom Rathaus ständig Knöllchen zu bekommen, seine Hausbesuche machen könnte. Dann ist er mir allerdings mit seiner Aussage, er würde Neuffen mit dem Fahrrad erkunden, gehörig dazwischen gekommen. Als Ersatz hatte ich ihm dann eine DVD-Sammlung von „Don Camillo und Pepone“ überreicht, verbunden mit der Hoffnung, dass wir die Geschichte unserer Film-Kollegen nicht in die Tat umsetzen müssen.

Diese Film-Sammlung bekommen Sie natürlich nicht, das wäre ja langweilig. Dafür die DVD „Immer die Radfahrer“ mit Heinz Erhardt. Anlässlich unserer ersten Begegnung haben Sie angedeutet, zumindest radfahrtechnisch in die Fußstapfen Ihres Vorgängers treten zu wollen. Aber dorthin, wo es etwas steiler zugeht in Neuffen, möchten Sie Ihre Hausbesuche doch gerne auch mal mit Ihrem Pkw vornehmen. Deshalb werde ich den Dauer-Parkschein für Neuffen nun also doch noch los. Der gilt aber natürlich nur in den erlaubten Parkflächen. Ist also kein Freibrief, so ganz vogelwild hier in Neuffen Ihr Fahrzeug abstellen zu dürfen, wo Sie vielleicht gerne möchten. Und schließlich habe ich noch zwei Bücher über Neuffen dabei. Sie werden beim Vergleich der Gegenwart mit der Vergangenheit schnell feststellen, dass sich hier im Täle einiges verändert hat.

Selbstverständlich soll auch Ihre Ehefrau hier und heute nicht leer ausgehen. Den obligatorischen Blumenstrauß haben wir abgewandelt in einen Gutschein. Der hält länger und Sie, liebe Frau Groh, können ihn dann einlösen, wenn die Geschenke Ihres Mannes mal nachlassen sollten.

Grußworte sind wie Wolken am Himmel. Sind sie vorübergezogen, kann es ein richtig schöner Tag werden. Deshalb möchte ich mich auch nicht weiter hier aufhalten und darf Ihnen und Ihrer Familie ein schnelles Einleben in unsere Gemeinschaft und Ihnen persönlich viel Erfolg bei Ihrer Arbeit wünschen. Für die Stadtverwaltung und unseren Gemeinderat, aber auch ganz persönlich biete ich Ihnen eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit an. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass auch wir Beide, aufbauend auf den guten Kontakten zu den Kirchengemeinden in der Stadt, kooperativ im Interesse der uns anvertrauten Menschen zusammenarbeiten werden.

Rede zur Verabschiedung von Herrn Pfarrer Gunther Seibold am 22. Dezember 2019 in Neuffen

Sehr geehrter Herr Pfarrer Seibold, lieber Gunther, liebe Familie Seibold,
sehr geehrte Vertreter der Kirchen,
liebe Mitglieder des Kirchengemeinderates,
verehrte Anwesende,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

als so ziemlich genau vor acht Jahren der Vorgänger von Pfarrer Seibold, Herr Pfarrer Souchon, verabschiedet wurde, begann eine Serie, die nicht nur mir unheimlich wurde. Nach Herrn Souchon kamen innerhalb von wenigen Monaten auf evangelischer Seite Pfarrer Wenzelmann und Diakon Häußermann, sowie auf katholischer Seite Pastoralreferent Martins und Pfarrer Jopp dazu. Innerhalb von zwei Jahren im Amt durfte ich also fünf maßgebliche Personen in den beiden Kirchen verabschieden. Mancher im Städtle hatte schon den Verdacht geäußert, das hätte was mit meiner Person zu tun gehabt und ich gehöre ins Guinness-Buch der Rekorde. Dem war aber im wahrsten Sinne des Wortes Gott sei Dank nicht so. Es waren damals rein private Gründe bzw. Pensionierungen der Beteiligten, die den Verabschiedungen zu Grunde lagen.

Aus also gegebenem und durchaus nachvollziehbarem Anlass hege ich heute zunächst mal den Wunsch, dass mit der Verabschiedung von Gunter Seibold die damalige Serie nicht wieder Einzug hält. Also, an alle, die noch im Amt sind, bitte noch ein paar Jahre bleiben. Mir jedenfalls und Ihren Kirchengemeinden ebenfalls wäre es sehr recht.

Abschied ist immer eine ernste Angelegenheit. Der direkt Betroffene lässt ein Stück seiner Lebensaufgabe zurück, vielleicht sogar ein Teil seines Herzens. Die indirekt davon Betroffenen, in Deinem Fall, lieber Gunther, Deine Kollegin Frau Rahlenbeck sowie die Jugendreferentin Frau Goller, der Kirchengemeinderat, Deine Gemeindemitglieder und insbesondere die Stadt Neuffen wissen von Deinen Leistungen und lassen Dich ungern scheiden, wenngleich wir Dir natürlich Dein neues berufliches Tätigkeitsfeld sehr gönnen.

Lieber Gunther, nach einem ¾ Jahr Vakanz fand Deine Investitur hier an dieser Stelle am 16. September 2012 statt. Ich wollte Dich damals mit einem Gutschein für freies Parken in Neuffen willkommen heißen, damit Du ohne Parkplatznöte Deine Hausbesuche machen könntest. Dann warst Du mir gerade noch rechtzeitig mit Deiner Ankündigung, Neuffen mit dem Fahrrad erkunden zu wollen, dazwischen gekommen. Wenn wir uns anlässlich von Gratulationen bei unseren Altersjubilaren in deren Wohnungen getroffen haben, warst Du in der Tat mit dem Fahrrad und ich mit dem Auto unterwegs. Ich war dann meistens vor Dir da. Auf der Rückfahrt, die wir dann zeitgleich angetreten hatten, Du mit dem Fahrrad aber in der Tat schneller zurück in Deinem Pfarramt als ich in meinem Rathaus. Kein Wunder, geht es doch von allen Seiten bergab in unsere Stadtmitte.

Statt dem Parkgutschein hattest Du dann von mir für die Stadt zwei Bücher über Neuffen bekommen über die Geschichte von unserem Städtle und zum Vergleich der Gegenwart mit der Vergangenheit. Ich hatte Dir ein schnelles Einleben gewünscht und Erfolg bei Deiner Arbeit. Beides ist sehr schnell eingetreten. Ich hatte Dir auch angekündigt, dass Dir Deine neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger das Ankommen leicht machen würden, was ich zu Beginn meiner Amtszeit ebenfalls erfahren durfte.

Und noch etwas ist eingetreten. Ich hatte Dir neben den beiden Büchern ja auch persönlich von mir eine DVD-Sammlung von „Don Camillo und Pepone“ überreicht. Dies verbunden mit dem inständigen Wunsch, dass wir Beide die Geschichte unserer Film-Kollegen nicht zwingend in die Tat umsetzen müssen. Ich darf Dir bestätigen, dass unsere gemeinsamen etwas über 7 Jahre geprägt waren von konstruktiver Zusammenarbeit und gegenseitiger Wertschätzung. Zwischen Pfarrhaus und Rathaus gab es immer einen kurzen Dienstweg und einen kurzen Draht, was ich mir dann natürlich auch für Deine Nachfolgerein respektive Deinen Nachfolger wünsche.

Ich denke, in all den Jahren Deines Wirkens hier in Neuffen hat Dein Herz für Deine Kirchengemeinde, geschlagen. Lieber Herr Pfarrer Seibold, lieber Gunther, ich sage Dir persönlich, im Namen des gesamten Gemeinderates Neuffen, des Rathauses, aber insbesondere im Namen Deiner Mitbürgerinnen und Mitbürger einfach Danke für Deine Arbeit hier in Neuffen. Du hast Deinen Beruf aus der Berufung heraus überzeugend, mit viel Liebe und Geduld hier gelebt. Ich hoffe deshalb, dass Du uns nicht ganz aus den Augen verlierst und Du sehr gerne nicht nur an Dein schönes Neuffen zurückdenkst, sondern wir uns ab und zu hier auch mal sehen werden. Unseren Hohenneuffen auf jeden Fall siehst Du ja auch von Bernhausen aus, Deiner neuen Wirkungsstätte.

An dem Geschenk, das Dir schon überreicht wurde, hat sich die Stadt ja ebenfalls beteiligt. Als zusätzliche Erinnerung habe ich Dir als Abschiedsgeschenk unsere Neuffener Armbanduhr mitgebracht. Sie soll Dir nicht sagen, was die Stunde geschlagen hat, sondern Dich immer an Deine Zeit hier in Neuffen erinnern.

Verehrte Kirchengemeinde, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in diesem Jahr blicken wir in vielfältiger Weise auf die letzten beiden Weltkriege zurück. Der Erste endete vor 101 Jahren und wurde mit Recht die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ genannt. Die zivilisierte Welt fiel in Abgründe. Doch damit nicht genug: 25 Jahre nach dem Ersten begann nach dem Hitler-Stalin-Pakt vor jetzt 80 Jahren der Zweite Weltkrieg, der Schrecken und Gewalt ins Unfassbare steigerte.

Bereits 74 Jahre sind seit dem letzten Kriegsende vergangen. Der Zweite Weltkrieg wirft aber einen langen Schatten. Er ist ein ferner, doch kein abgeschlossener Teil unserer Vergangenheit. Die Erfahrung seiner Schrecken gehört zu unserer nationalen Identität und prägt auch das Selbstbild unserer Nachbarstaaten. Die europäische Einigung entsprang dem festen Willen, das Zeitalter der Kriege zu überwinden und dauerhaften Frieden auf unserem Kontinent zu sichern. Um den Erfolg dieser Politik beneiden uns viele.

Leider herrscht auch heute kein Frieden auf der Welt. Als der kalte Krieg zwischen Ost und West zu Ende ging, dachten wir, dass nun endlich Friede sei. Doch kaum war das neue Millennium angebrochen, musste sich die Welt mit einer anderen Art von Konflikt, dem Terrorismus auseinandersetzen. So leisten heute immer noch tausende Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an der Seite verbündeter Streitkräfte einen gefährlichen Dienst im Ausland. Viele Bundeswehrangehörige haben dabei ihr Leben verloren. Unser Gedenken am Volkstrauertag gilt deshalb auch diesen Opfern und unsere Gedanken sind bei ihren Familien. Die Trauer der Angehörigen um die durch Krieg und Gewalt ums Leben gekommenen Menschen war in der Vergangenheit und ist auch heute unermesslich und überall in der Welt gleich.

Mitgefühl ist eine menschliche Errungenschaft. Sie setzt das Vermögen voraus, die Gefühle der anderen, ihre Trauer und ihren Schmerz anzuerkennen und sich hineinzudenken. Sie macht nicht an den nationalen Grenzen Halt und führt zu der Einsicht, dass die Menschen über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg durch gemeinsame Werte, Rechte und Pflichten, Sehnsüchte und Ängste miteinander verbunden sind. Ganz gleich, ob sie in Europa oder in einem anderen Kontinent leben. Ob sie Zeitgenossen sind oder Angehörige einer vergangenen Epoche. Wir können uns nicht von den Opfern der Kriege und Gewaltherrschaft lossagen.

Solche Gedenktage wie der heutige Volkstrauertag machen uns erneut bewusst, welche Geschichte uns geprägt hat. Und sie lassen uns die Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft klarer erkennen. Der Blick zurück kann unsere Aufmerksamkeit schärfen und uns warnen, was kommen kann, wenn wir unachtsam werden. Durch solche Gedenkfeiern geraten die Kriegsgräber im In- und Ausland wieder stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das ist gut so, denn sie können uns eine Ahnung von dem massenhaften Leid vermitteln, welches der Krieg über die Menschen bringt und das Leben von Generationen beeinflusst.

Über 70 Jahre Kriegsende, das sind auch Jahrzehnte seit dem Beginn der deutschen Teilung, die Familien, Freunde, ja ganze Gemeinden auseinander riss. Der Osten Europas, der bis 1990 vom Sowjetkommunismus beherrscht wurde, konnte erst mit dem Fall der Berliner Mauer, zu dem wir vor einer Woche das 30-jährige Jubiläum feiern durften, zusammenwachsen und am europäischen Integrationsprozess teilhaben. Mit dem Sieg von Freiheit und Demokratie in den weitgehend friedlichen Umbrüchen vor 30 Jahren begann ein neues Zeitalter für Europa. Indem wir an diejenigen erinnern, denen diese universellen Werte nicht zuteilwurden, unterstreichen wir ihre Bedeutung als ein hohes und schützenswertes Gut. Hierin sehe ich eine unserer vordringlichsten Aufgaben, nicht nur am Volkstrauertag.

Liebe Blutspenderinnen, liebe Blutspender,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,

sich freiwillig für die Gesellschaft und für seine Mitmenschen zu engagieren ist keine Selbstverständlichkeit. Dabei begegnen uns jeden Tag viele verschiedene Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren. Sie haben sich dafür entschieden, Ihr Blut für Ihre Mitmenschen zu spenden. Eine lebenswichtige und auch spannende Aufgabe, Leben von anderen zu retten, haben Sie sich auf die Fahne geschrieben.

Jeder von uns kann sehr schnell in die Situation kommen, Spenderblut zu benötigen. Dennoch sind es insgesamt zu wenige, die dafür auch einen persönlichen Beitrag leisten. Sie alle miteinander bilden hiervon die löbliche Ausnahme. Daher möchte ich auch in diesem Jahr Ihr bürgerschaftliches Handeln im Namen der Stadt Neuffen anerkennen und Ihnen nachher die entsprechenden Auszeichnungen verleihen.

Täglich werden rund 1.800 Blutspenden in Baden-Württemberg angefordert. Nur durch tägliche Blutspendenaktionen ist es überhaupt möglich, die Blutpräparate für Patienten bereitzustellen. Mein Dank geht deshalb heute auch an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei den Spendeterminen und allen weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK.

Blut ist etwas Lebendiges und kann durch nichts ersetzt werden. Ein flüssiges Organ, das mit seinen vielen Funktionen täglich kleine Wunder vollbringt. Angetrieben durch das Herz als Pumpstation nimmt es auf der unablässigen Reise durch unseren Körper seine vielfältigen Funktionen wahr. Wie z. B. den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, die Abwehr von Krankheitserregern und den Wärmetransport.

Liebe Blutspenderinnen und Blutspender, mit Ihrer Spende helfen Sie Menschen in Not. Menschen, die Sie nicht kennen und ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten oder irgendwelche Bedingungen zu stellen. Dafür meine Anerkennung und meinen höchsten Respekt. Ich bin sicher, dass Sie ein Vorbild für andere sind und damit viel inspirieren können. Mit Ihrer guten Tat können Sie ruhig ein wenig angeben. So können Sie möglichst viele Menschen dazu motivieren, es Ihnen gleich zu tun und ebenfalls zu Blutspenderinnen und Blutspendern zu werden.

Im Ehrungszeitrum seit letztem Jahr sind insgesamt 9 Personen auszuzeichnen. 5 Personen für 10 Blutspenden, 2 Personen für 25 Blutspenden und 2 Personen für sage und schreibe 50 Blutspenden. Mit den nun vorzunehmenden Ehrungen darf ich mich bedanken und Ihnen allen eine schöne Adventszeit wünschen. Und bleiben Sie dem Blutspenden weiterhin treu.

Lieber Jörg Döpper, liebe Familie Döpper,
meine Damen und Herren des Gemeinderates Neuffen,
liebe Kollegen vom Ortschaftsrat Kappishäusern,
Herr Bundestagsabgeordneter Michael Hennrich,
Herr Kollege a. D. Erich Hartmann als Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuffen AG,
Frau CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Conny Jathe,
sehr geehrte Vertreter der Verwaltung von Rathaus und Stadtwerke,
die Presse darf ich ebenfalls herzlich begrüßen.

Wir haben Sie zu dem heutigen Festabend eingeladen, um Ihrem und unserem Mitbürger Jörg Döpper die Bürgermedaille zu verleihen. Sie, liebe Gäste, bilden mit Ihrer Anwesenheit nicht nur den würdigen Rahmen des heutigen Abends. Sie würdigen mit Ihrer Anwesenheit auch die Leistungen von Herrn Döpper, die ihn ab heute Abend zum Träger der Neuffener Bürgermedaille machen. Dafür Ihnen allen meinen herzlichen Dank.

Die beiden Solisten Oliver Erb und Dr. Lars Bücherl haben uns mit einem ersten Stück schon auf den heutigen Festabend eingestimmt. Ganz herzlichen Dank für die wirklich tolle Gesangsdarbietung. Wir werden Ihnen nachher sehr gerne noch zu weiteren Stücken aufmerksame Zuhörer sein, das darf ich Ihnen bereits jetzt schon versprechen.

Lieber Jörg, im zuständigen Ehrungsausschuss der Stadt Neuffen, der über die Verleihung der Bürgermedaille bestimmt, gab es ob Deines ehrenamtlichen Wirkens für Dein Neuffen keine langen Überlegungen oder gar Diskussionen, sondern ein eindeutiges und einstimmiges JA, das Dir die heutige Auszeichnung ohne Wenn und Aber zusteht. Im Namen Deiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, im Namen des gesamten Gemeinderates und meiner Verwaltung darf ich mich bei Dir ganz herzlich für Deinen Einsatz im Dienste des Ehrenamtes bedanken. In diesen Dank darf ich selbstverständlich Deine Ehefrau Christa mit einbeziehen, die ob Deines ehrenamtlichen Wirkens sehr oft daheim auf den Ehemann hat verzichten müssen.

Lieber Jörg, Du warst 35 Jahre Stadtrat und hast Dich nach der diesjährigen Kommunalwahl in den kommunalpolitischen Ruhestand verabschiedet. Hast in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats im Juli einfach gesagt „Ich bin dann mal weg“. Du hast über 35 Jahre ein Amt ausgeübt, das im Laufe der Jahre nicht leichter geworden war. Aber trotz aller Anstrengungen, die so ein Ratsmandat mit sich bringt, weiß ich, dass Dir die Tätigkeit auch Freude und Zufriedenheit gebracht hat.

Kommunalpolitik bedeutet oftmals ein langsames aber starkes Durchbohren von dicken und teilweise auch harten Brettern. Und es gehört ebenfalls zur Kommunalpolitik, dass man nicht mit allen Ideen und Vorschlägen durchkommt. Manchmal sind die Bretter eben doch härter als die Bohrer. Rückschläge hast auch Du sportlich hingenommen, ein beharrliches Weiterbohren war Deine Devise. Und das war auch gut so.

Aber Du warst über die 35 Jahre nicht nur Stadtrat, sondern die letzten 30 Jahre davon Stellvertreter des Bürgermeisters. Davon die letzten 8 ½ Jahre von mir und davor die ganzen Jahre von meinem Vorgänger Wolfgang Schmidt, den ich jetzt an dieser Stelle ganz besonders begrüßen darf.

Ich möchte zunächst besonders Deinen enormen zeitlichen Einsatz für unser Städtle hervorheben. Neben der Teilnahme an den Gemeinderats- und sonstigen Sitzungen nimmt die Vorbereitung hierauf ja schließlich auch einen breiten Raum ein. Und nicht zuletzt erwarten unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass sich ihre Mandatsträger Zeit für sie und ihre Anliegen nehmen. Selbstverständlich benötigt man da im Einzelfall auch mal ein dickes Fell und ein hohes Maß an Frustrationstoleranz. Denn, diese politische Binsenweisheit war und ist auch Dir nicht unbekannt, man kann es eben nicht allen recht machen.

Dein Einsatz verdient aber auch schon deshalb Respekt, als Angehörige der kommunalen Gremien üblicherweise zu der Sorte Menschen gehören, die sich auch in anderer Weise bürgerschaftlich engagieren. Auch für Dich gilt die Devise: „wen der liebe Gott einmal bei der Arbeit erwischt hat, dem schickt er ständig neue Aufgaben.“

So auch bei Dir. Du warst ehrenamtlich sowohl in Deiner Kirche, aber auch in Deinem Turnerbund engagiert. Du warst Mitglied im Kirchengemeinderat und dabei auch 2. Vorsitzender der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael. Außerdem warst Du im Dekanatsrat sowie im Geschäftsführenden Ausschuss des Dekanats Esslingen. Du warst beim TB Jugendtrainer. Acht Jahre hast Du die E-Jugend trainiert. Euer und Dein größter Erfolg war der 1. Platz bei einem internationalen Turnier in Holland. Und wenn mir meine Informanten nicht falsch berichtet haben, so befindet sich in den Reihen des aktuellen Gemeinderats der eine oder andere, der unter Deinen Fittichen nicht nur den Handballsport entdeckt hat, sondern bei dem genannten Turnier ebenfalls aktiv dabei war. Seit über 10 Jahren bist Du Vorsitzender des Vereins Heilstätte Haus Burgwald und damit verantwortlich für die REHA-Klinik in Mühltal bei Darmstadt.

Die Liste Deiner ehrenamtlichen Tätigkeiten auf der Vereinsebene ließe sich noch beliebig und lange fortsetzen. Ich komme aber wieder zurück zu Deinem Städtle Neuffen. Du hast nicht nur als Stadtrat und Stellvertreter des Bürgermeisters sehr viel bewirkt. Neuffen und seine Bürgerschaft konnten sich glücklich schätzen, dass Du lange Jahre im Landtag unsere Interessen vertreten hast und dabei natürlich auch das Eine oder andere aus der Landeshauptstadt mitbringen konntest. Hauptsächlich hat Neuffen durch Deine Unterstützung die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm gefunden und so konnten in den Jahren Deines Wirkens unzählige Millionen Euro Landesmittel in Neuffen investiert werden. Aber nicht nur durch die Stadt in öffentlichen Gebäuden und Plätzen oder der Stadtumfahrung. Auch die Bürgerschaft, die in den Sanierungsgebieten ihre Gebäude und Anwesen grundlegend saniert haben, ist nicht zuletzt durch Dich in den Genuss recht großzügiger Zuschüsse gekommen.

Ich selbst habe Dich als Landtagsabgeordneten auch noch erleben dürfen, wenngleich es im Jahr 2011 lediglich nur noch ein paar Monate waren. Du warst nach Stuttgart zur Landesregierung hin der beste Türöffner, den man sich nur wünschen konnte. Aber auch nach Deiner aktiven Zeit in Stuttgart sind Deine Kontakte dorthin nicht abgerissen und haben uns bis heute begleitet.

Liebe Gäste, es braucht Bürgerinnen und Bürger wie unser taufrischer Träger der Neuffener Bürgermedaille. Bürgerinnen bzw. Bürger wie Jörg Döpper, über den es über das von mir Gesagte hinaus ganz sicher noch viel mehr zu erzählen gibt. Das, was Jörg Döpper für seine und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger geleistet hat, ist aller Ehren, ist ohne den leisesten Zweifel die Bürgermedaille der Stadt Neuffen wert.

Und damit darf ich Dich, lieber Jörg, zusammen mit Deiner Christa zu mir bitten um Dir die Bürgermedaille mit der zugehörigen Urkunde überreichen zu dürfen. Danach geht es musikalisch weiter mit Oliver Erb als Solist mit „My Way“ und Dr. Lars Bücherl mit „Time to say Goodby“, wie beide Lieder passender gar nicht sein könnten. Dann gehört das Rednerpult Dir, lieber Jörg. Und nach den Grußworten einzelner Gäste hören wir vom Gesangsduo noch das Duett „Als braver Mann“. Danach darf ich Sie alle schon jetzt recht herzlich zu unserem Ständerling zu Ehren des Geehrten einladen.

Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates,
lieber Herr Freudenberg,
liebe Gäste.

Einen Kollegen unter uns verabschieden wir heute, der nicht nach der vergangenen Wahlperiode ausgeschieden ist, aber auch nicht warten will bis 2024 zur nächsten Kommunalwahl, sondern sein Mandat mit dem heutigen Tag doch schon kurz nach der Wahl wieder niedergelegt hat.

Dietmar Freudenberg bereicherte seit nunmehr ein wenig über 10 Jahren nicht nur den Gemeinderat, sondern war von seinem Wissen her mit den Voraussetzungen ausgestattet, auch dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuffen AG mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Aber insbesondere als Vorsitzender vom AK Asyl war er ein freiwilliger Helfer der Verwaltung und hat zusammen mit Kollegin Angelika Doster in unzähligen Stunden dafür gesorgt, dass die Eingliederung der Flüchtlinge in Neuffen nahezu reibungslos vonstattengegangen ist.

Heute wird in Unternehmen viel von „Anerkennungskultur“ gesprochen. Kollege Dietmar Freudenberg hat vorgemacht, wie dies geht. Er zeichnete sich ganz besonders dadurch aus, dass er immer auch die Leistungen und Meinungen unserer Verwaltungsmitarbeiter würdigte, wenn er im Rathaus zu tun hatte. Unsere Vorstadt, sein Kappishäusern hat er als Ortsvorsteher, aber natürlich auch als Stadtrat hier in dieser Runde immer vehement vertreten, wenn es um Entscheidungen über unseren Stadtteil ging. Aber auch immer gewusst, wie weit man den Bogen für Kappishäusern spannen kann, ohne dass er zu zerreißen drohte.

Herausstellen kann und darf ich für Sie, lieber Herr Freudenberg, dass auch Sie sich als ehrenamtlich tätiger Kommunalpolitiker unter Hintenanstellen persönlicher Interessen für das Allgemeinwohl engagiert haben. Sie haben sich auf das besonders aufwändige Feld der örtlichen Politik begeben und viel Ihrer Freizeit geopfert. Wenn andere ihren privaten Hobbies und Vergnügen nachgegangen sind, haben Sie an Beratungen teilgenommen, sei es gerade in den letzten anderthalb Jahren als Vorsitzender in Ihrer Fraktion, die gesamte letzte Wahlperiode im Aufsichtsrat der Stadtwerke, aber insbesondere hier im Gemeinderat. Sie haben sich für das Wohl unserer gesamten Stadt eingesetzt und viele wichtige Entscheidungen der letzten Jahre mitgetragen. Sie haben sich für wegweisende Projekte stark gemacht. Ich fasse es einfach zusammen: womit unsere Stadt und insbesondere Ihr Kappishäusern heute punkten kann, daran haben auch Sie maßgeblich mitgewirkt.

Lieber Herr Freudenberg, die Armbanduhr der Stadt Neuffen, die ich Ihnen als kleines Dankeschön überreichen darf, soll Sie an Ihr Wirken in diesem Gremium erinnern. Und damit es nicht ganz so trocken abgeht, gibt es zusätzlich pro Wahlperiode noch eine Flasche unseres Neuffener Weines. Wenn ich richtig gerechnet habe, wären dies 2 an der Zahl.

Für Ihr Engagement im Gemeinsinn bedanke ich mich heute im Namen aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, im Namen Ihrer bisherigen Ratskolleginnen und -kollegen, aber auch persönlich bei Ihnen ganz herzlich. Für die Zukunft und das kommunalpolitische Rentnerdasein wünschen wir Ihnen alle alles Gute.

Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates,
lieber Alt-Bürgermeister Wolfgang Schmidt,
sehr geehrter Herr Sandrock für die Presse,
liebe Gäste.

Wir haben uns heute Abend zur Schlusssitzung dieses Gemeinderates eingefunden. Mit dem heutigen Tag nimmt nachher aber auch der neue Rat der Stadt Neuffen seine Arbeit für die kommenden fünf Jahre auf.

20 ehrenamtliche Ratsmitglieder werde ich nachher auf ihr kommunalpolitisches Amt verpflichten. Der neue Rat wird seine ersten Aufgaben erledigen. Meine Stellvertreter sowie den Ortsvorsteher samt Stellvertreter für Kappishäusern wählen. Aber auch die einzelnen Fachausschüsse und diverse Gremien mit Stadträtinnen und Stadträten besetzen.

Unter dem jetzt aufgerufenen Tagesordnungspunkt steht nun allerdings zuerst mal der gute Brauch im Vordergrund, diese Sitzung für Dankesworte einschließlich der Verabschiedung ausscheidender Stadträte zu nutzen.

5 Ratsmitglieder sind es, die, wenn sie heute den Ratssaal verlassen, sagen könnten: „Ich bin dann mal weg“.

• Jörg Döpper,
• Werner Mönch,
• Florian Moll,
• Ralf Nuffer und
• Dietmar Staiger.

Was sagt man nun als Bürgermeister, der Ratsmitglieder verabschiedet? Wie schätzt man deren Arbeit ein?

Als Erstes: Unsere Demokratie ist ein Geschenk – dass wir gemeinsam im Gemeinderat arbeiten dürfen, ist ein Geschenk unserer Demokratie. Und unsere politische Arbeit im Rat ist ein wichtiger Schritt, um unsere Demokratie zu würdigen. Die Ehre und Wertschätzung dieses Ehrenamtes werden Ihr Begleiter sein, auch über den heutigen Tag hinaus.

Sie alle haben ein Amt ausgeübt, das im Laufe der Jahre nicht leichter geworden ist. Trotz aller Anstrengungen, die so ein Ratsmandat mit sich bringt, hoffe ich aber, dass Ihnen Ihre Tätigkeit auch Freude und Zufriedenheit gebracht hat. Kommunalpolitik bedeutet oftmals ein langsames aber starkes Durchbohren von dicken und teilweise auch harten Brettern. Und das Ganze mit Leidenschaft aber auch mit Augenmaß zugleich.

Herausstellen kann und darf ich auf jeden Fall für Alle, und damit nicht nur für die uns Verlassenden, dass Sie sich als ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker unter Hintenanstellen persönlicher Interessen für das Allgemeinwohl engagiert haben und die weiterhin Aktiven dies auch in Zukunft tun werden.

Sie Alle sind irgendwann in die Kommunalpolitik gegangen, um etwas zu bewegen. Sie haben Verantwortung übernommen und Sie haben für die Gemeinschaft in Neuffen gewirkt. Es verdient Respekt, Dank und Anerkennung. Und ich denke, die Kommunalpolitik gibt einem auch etwas zurück. Es ist auch eine schöne Aufgabe und bereitet Freude, gestaltend im eigenen Umfeld tätig zu sein. Zu sehen, wie sich durch eigenes Zutun Dinge positiv entwickeln.

Kommunalpolitik, das ist nicht bloß Politik im Kleinen, sie hat vielmehr großes Gewicht. In Berlin und Stuttgart wird medienwirksam beschlossen und wir vor Ort müssen oftmals die Suppe auslöffeln, obwohl wir häufig genug im Vorfeld solcher Entscheidungen auf Unzulänglichkeiten und Ungereimtheiten für den Fall der örtlichen Umsetzung hingewiesen haben. Das kommt leider allzu oft vor.

Aber ich sehe viel lieber die positiven Wirkungen unseres Tuns in diesem Ratssaal im Vordergrund. Das, was hier an dieser Stelle beschlossen und danach umgesetzt wird, ist sicht- und spürbar. Die Entscheidungen, die im Gemeinderat gefällt werden, sie betreffen unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger direkt und unmittelbar. Jeder Einzelne merkt es privat, in der Familie, in seinem Verein, im Betrieb. Im Gegensatz zu Landtags- und Bundestagsabgeordneten werden Sie als Kommunalpolitiker ganz schnell mit den Folgen Ihres Tuns und Handelns konfrontiert.

Liebe, ich sage jetzt schon mal Ehemalige. Sie haben über die Jahre mit viel Elan und Sachkenntnis für Ihre Vorstellungen und Ziele gefochten und dabei sowohl den Weitblick, aber auch den Sinn für das Machbare bewiesen. Und sich für die Dinge eingesetzt, die Ihnen am Herzen lagen. Es gehört auch zur Kommunalpolitik dazu, nicht mit allen Vorschlägen und Ideen durchzukommen. Manchmal sind die Bretter eben doch härter als die Bohrer. Rückschläge sind dann sportlich zu nehmen, ein beharrliches Weiterbohren ist die Devise.

Besonders hervorheben möchte ich all Ihren enormen zeitlichen Einsatz für unser Städtle. Neben der Teilnahme an den Gemeinderats- und Ausschusssitzungen nimmt die Vorbereitung hierauf ja schließlich auch einen breiten Raum ein. Und nicht zuletzt erwarten unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass Sie sich Zeit für Gespräche und deren Anliegen nehmen. Selbstverständlich benötigt man dann im Einzelfall auch mal ein dickes Fell sowie ein hohes Maß an Frustrationstoleranz. Denn, diese politische Binsenweisheit ist ja hinlänglich bekannt, man kann es eben nicht Allen Recht machen.

Ihr Einsatz verdient auch schon deshalb Respekt, als üblicherweise Angehörige der kommunalen Gremien zu der Sorte Menschen gehören, die sich auch in anderer Weise bürgerschaftlich engagieren. So ist dies auch bei Ihnen. Auch für Sie gilt die Devise: „wen der liebe Gott einmal bei der Arbeit erwischt hat, dem schickt er ständig neue Aufgaben.“

Es sind in der Tat jetzt ausschließlich Kollegen, die uns heute verlassen, ist mir bei der Vorbereitung der Sitzung aufgefallen. Die Kolleginnen halten uns weiterhin die Treue. Ganz im Gegenteil sind mit der Kommunalwahl ja weitere zwei Frauen hinzugekommen. Mit nunmehr sechs an der Zahl wohl ein Rekord für Neuffen und auch vorbildlich für andere, weil auch in den Kommunen um uns herum bisher nicht erreicht.

5 Jahre Stadtrat waren Florian Moll und Dietmar Staiger, 10 Jahre Ralf Nuffer, 20 Jahre Werner Mönch Ratsvertreter der Stadt Neuffen. Und seit sage und schreibe 35 Jahren treibt es Jörg Döpper als Stadtrat in Neuffen um. Da kann man wahrlich von einem kommunalpolitischen Urgestein sprechen. Zumal er von seinen 35 Jahren die Mehrzahl an Jahren so ganz nebenbei auch noch Stellvertretender Bürgermeister war.

Die Armbanduhr der Stadt Neuffen, die ich Euch als kleines Dankeschön schon auf den Tisch gelegt habe, soll Euch nicht zeigen, was die Stunde geschlagen hat. Sondern Euch an Eure alte Wirkungsstätte hier erinnern. Und damit es nicht ganz so trocken abgeht, bekommt Ihr zusätzlich pro angefangene Wahlperiode noch Geschenke in flüssiger Form, die ebenfalls schon auf Euren Plätzen liegen und Kollege Jörg Döpper einen Gutschein zur Ausübung seines Hobbies. Aber auch den städtischen Regenschirm darf ich Euch gleich noch mit meiner Dankesurkunde überreichen. Ihr seht, wir lassen Euch auch nach Eurer aktiven Zeit nicht im Regen stehen.

Ich habe Euch kennengelernt, dass Ihr Eure Meinung hier ohne Wenn und Aber und ohne Fraktionszwang, manches Mal dann auch gegen die Intentionen Eurer Parteifreunde, offen vertreten habt. Und das war auch gut so.

Lieber Florian, lieber Dietmar, es war bis jetzt Eure einzigste Wahlperiode hier im Gemeinderat, in den Ihr vor fünf Jahren eingezogen seid. Beruflich bedingt hast Du, Dietmar, Dich nicht mehr in der Lage gesehen, dieses Amt für Deine Kappiser Bürgerschaft so auszuüben, wie es erwartet wird. Dies verdient besonderen Respekt und Würdigung. Ein herzliches Dankeschön für Dein Wirken hier am Ratstisch. Bei Dir, Florian, hat der Wähler nun eben anders entschieden, was aber in keinster Weise als Niederlage anzusehen ist. Ich bin mir recht sicher, dass wir Dich auch hier irgendwann wieder am Ratstisch sehen werden. Auf jeden Fall auch Dir ein ganz herzliches Dankeschön für Deine Arbeit.

Ralf „Gino“ Nuffer, auch Dir ist es nicht leicht gefallen, Dich für Deine Freien Wähler nicht mehr aufstellen zu lassen. Aber auch bei Dir waren es ausschließlich die beruflichen Gründe, die Dich zu diesem Entschluss aufzuhören bewogen haben. Aber Du wirst uns über Deinen VfB Neuffen auf jeden Fall erhalten bleiben und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja doch auch hier in diesem Raum mal wieder. Ein Dankeschön auch für Dich und für die Zukunft alles Gute Dir und Deiner Familie.

Werner Mönch hat maßgeblich nicht nur hier einfach so am Ratstisch Platz genommen, er war die letzten beiden Wahlperioden auch einer meiner Stellvertreter. Und nicht nur als Stadtrat war auf ihn Verlass, auch wenn er mal für mich irgendwo einspringen musste, genügte meist ein Anruf und Werner war zur Stelle. Sein Rückzug aus dem Ratssaal hier ist ebenfalls beruflich bedingt.

35 Jahre, das bedeutet zunächst, dass Jörg Döpper unseren legendären Dieter Reiss abgelöst hat, der es „nur“ auf 34 Jahre gebracht hatte. 1984 in den Gemeinderat eingezogen, hast Du, lieber Jörg, mit Kurt Schmid, Wolfgang Schmidt und mir drei Bürgermeister erlebt. Als mein erster Stellvertreter haben wir von Anfang an ein vertrauensvolles und mit der Zeit entwickeltes freundschaftliches Miteinander gelebt, auf das ich sehr stolz bin. Du hast nicht nur als Stadtrat sehr viel für Neuffen bewirkt. Neuffen konnte sich froh und glücklich schätzen, dass Du lange Jahre im Landtag in Stuttgart unsere Interessen vehement vertreten hast und dabei natürlich auch das Eine oder Andere für Neuffen aus Stuttgart rausschlagen und mitbringen konntest. Aber auch als Kreisrat hast Du in Esslingen unsere Belange wahrgenommen. Wenn auch nicht für Deine Partei, so bin ich im Landkreis Esslingen vor 5 Jahren gerne in Deine Fußstapfen gestiegen und habe auf Wunsch unserer Bürgerschaft Dein Mandat im Kreistag übernommen und führe dies auch in den nächsten 5 Jahren weiter.

Deine einzelnen Verdienste für Neuffen anhand von Einzelobjekten aufzuzählen, da würden wir morgen früh noch hier sitzen. Ich persönlich bedauere es sehr, Dich nicht mehr im Rat zu haben und insbesondere auf Dich nicht mehr als Stellvertreter zurückgreifen zu können. Aber auch wir Beide werden unverändert freundschaftlich miteinander verbunden bleiben. Ich sage Dir einfach nur ein herzliches Dankeschön für unsere gemeinsamen acht Jahre hier im Neuffener Rathaus.

Meine Damen und Herren, nicht nur die soeben in den Ruhestand Verabschiedeten gilt es zu ehren. Ab 20-jähriger Zugehörigkeit zu einem Gremium gibt es Ehrungen mit Stelen, Anstecknadeln und Ehrenurkunden unseres Gemeindetags. Diese Ehrungen werden für 20-, 30- und 40-jährige Zugehörigkeit zuteil. Deshalb gilt es dafür heute zu ehren

• Werner Mönch für 20-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat Neuffen, und
• Martin Hirner für 30-jährige ununterbrochene Ratszugehörigkeit.

Bei Werner Mönch brauche ich mich jetzt nicht wiederholen in dem, was ich schon gesagt habe und komme deshalb gleich zu Ratskollege Martin Hirner, der seit 30 Jahren nicht nur den Gemeinderat bereichert, sondern von seiner beruflichen Tätigkeit her mit den besten Voraussetzungen ausgestattet ist, auch dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuffen AG mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Für uns im Gemeinderat und in der Verwaltung ist er als Vereinsvorsitzender ein unverzichtbares wandelndes Lexikon, wenn es darum geht, Informationen über die örtlichen Verhältnisse in der Stadt zu erhalten.

Lieber Martin, ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Dir und bin froh, dass Du die aktive Politik dem kommunalpolitischen Rentnerleben vorgezogen hast.

Liebe Mitglieder des Gemeinderates, liebe Gäste. Selbstredend darf ich, bevor ich nun zum Schluss komme, in unserer aller Dank auch die Partnerinnen der Geehrten mit einbeziehen. Sie haben in all den Jahren manche Stunden auf ihre Ehemänner verzichten müssen und ihnen den Rücken freigehalten. Deshalb grüße ich Sie nicht nur mit einfachen Dankesworten, sondern den obligatorischen Blumen. Aber nicht in Form eines Blumenstraußes, sondern überreiche Ihnen jeweils einen Gutschein. Der hält länger und Sie können ihn nach eigenem Belieben einlösen.

Liebe Frau Rektorin Müller,
sehr geehrter Herr Müller,
Frau Rektorin Maier von der benachbarten Werkrealschule,
liebes Kollegium der Realschule,
verehrte Gäste und Vertreter der Presse.

Als Vertreter der Stadt Neuffen als Schulträger ist es für mich eine besondere Freude, aber auch ein besonderes Bedürfnis, Sie, liebe Frau Müller, heute als neue Leiterin der Realschule Neuffen nun auch offiziell zu begrüßen. Und ich darf Ihnen dazu neben meinem persönlichen Dank, dass Sie sich für Neuffen entschieden haben, den Dank der Stadtverwaltung und der Mitglieder des gesamten Gemeinderates aussprechen und Ihnen von allen die besten Grüße übermitteln. Gleichfalls darf ich meine Grußworte auch im Namen meiner Kollegen aus den Gemeinden, die ebenfalls Schülerinnen und Schüler nach hier entsenden, an Sie richten.

Die heutige feierliche Amtseinsetzung findet in einer Zeit statt, in der alles im Schulwesen diskutiert, wenn nicht sogar in Frage gestellt wird. Kein Wunder also, dass es immer schwerer wird, geeignete Persönlichkeiten für Schulleiterstellen zu finden. Richtig ist auf jeden Fall, dass die Anforderungen an die Aufgaben eines Schulleiters in den letzten Jahren enorm gestiegen sind.

So soll ein Schulleiter neben der pädagogischen Eignung Managerqualitäten besitzen, andererseits aber nicht nur Verwaltungsleiter sein, sondern eine ausgesprochene Führungspersönlichkeit. Führungspersönlichkeiten, die ihre Lehrer stärken, loben oder kritisieren sollen, ihnen Hilfen bieten, aber gleichzeitig auch kontrollieren sollen, ob sie die vereinbarten Ziele auch erreichen. Dazu gehört auch Veränderungsbereitschaft, weshalb sich auch für Schulleiter die generellen Anforderungen an Führungspersönlichkeiten kurz wie folgt zusammenfassen lassen:

• Wille, als überdurchschnittliche Durchsetzungsfähigkeit und Erfolgsorientierung.
• Energie, die ihren Ausdruck in Initiative und Engagement findet.
• Kontrolle, auch verstanden als Verantwortungsbewusstsein und eigene Solidität.
• Empathie, um sich in andere Menschen hineinversetzen zu können.

Dies, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist nicht wenig. Aus diesem Grunde sind wir froh, dass in Nachfolge von Herrn Rektor Hoffmann nun mit Frau Müller die Stelle der Rektorin unserer Realschule dann doch nicht nur verhältnismäßig schnell, sondern auch qualifiziert wiederbesetzt werden konnte. Die Schulbehörden attestierten Frau Müller die vorbehaltslose Eignung für diese Aufgabe. Hinzu kommt, dass Frau Müller ja quasi aus diesem Stall stammt und also sowohl ihr Land als auch ihre Leute kennt.

Und eben weil auch ich Frau Müller schon lange kenne, kann ich als Vertreter des Schulträgers jetzt schon bestätigen, dass sie über das notwendige Maß an Wille und Energie verfügt und ihre Vorstellungen auch klar artikuliert. Zusammengefasst lässt sich aus unseren Begegnungen sagen, dass die neue Schulleiterin konzeptionell weiß, was sie will und den Schulträger in die Pflicht nehmen wird. Insoweit, liebe Frau Müller, müssen Sie es mit den Führungsqualitäten „Wille und Energie“ nicht gleich übertreiben, sondern dürfen sich gerne an die alte Seglerweisheit halten, wonach es sich bei „halbem Wind“ am besten Segeln lässt.

Auf gutes Gelingen, weiterhin gute Zusammenarbeit und alles Gute für Ihre Zukunft hier an Ihrer Realschule Neuffen, die auf ihrer Homepage wie folgt beschrieben wird:

„Vom Hohenneuffen, unserem Berg, gleicht unsere Schule einem Zwerg.
Wird aus der Nähe sie gesehen, ist sie trotz mancher Macken schön.
Es zollt bei näherer Betrachtung, ein jeder ihr gebührend Achtung.
Wir finden unsere Schule toll und alle Lehrer wundervoll.
Denn sie bemühen sich um uns und das ist keine leichte Kunst.“

Mit diesen Worten begrüßen die Schülerinnen und Schüler unserer Realschule ihre Gäste. Und dem ist auch heute an Begrüßung nicht viel mehr hinzuzufügen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren des Gemeinderats,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

die konjunkturellen Rahmendaten schauen von der Gewerbesteuerentwicklung her zwar etwas ungünstiger für Neuffen aus, schlagen sich aber in Form eines erhöhten Anteils an der Einkommensteuer auch in diesem Jahr wieder in den kommunalen Haushalten nieder. Wir können auch in diesem Jahr noch mal den Haushalt ausgleichen, ohne für unsere Investitionen auf den Kreditmarkt gehen zu müssen.

Ich möchte aber auch die heutige Gelegenheit nutzen und das wiederholen und eindringlich darauf hinweisen, was ich anlässlich meiner Antrittsrede vor gut einer Woche gesagt hatte: Ab dem Jahr 2020 mit unseren beiden Großinvestitionen in die Stadthalle und Mensa werden wir nicht umhin kommen, dafür auf den Kreditmarkt gehen zu müssen. Aber auch das wiederhole ich mit ebensolcher Beharrlichkeit: Solche Investitionen müssen ganz einfach auf die Schultern mehrerer Generationen verteilt werden, da insbesondere diese beiden Einrichtungen schließlich ja auch von mehreren Generationen genutzt werden.

Der finanzielle Spielraum der Stadt kann sich in diesem Jahr durchaus noch sehen lassen. Altlasten drücken uns nicht mehr, nachdem wir Fehlbeträge aus Jahren zurück im Jahr 2013 endgültig ausgleichen konnten. Die Zuführungsraten vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt können wir auch in diesem Jahr mit einem Betrag von 750.000,– € fortsetzen. Trotzdem kommen wir nicht darum herum, eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 115.000,– € zu tätigen.

Wir legen Ihnen für 2019 einen Haushaltsplanentwurf vor, der mit einem Volumen von insgesamt 15,464 Mio. € abschließt. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen ca. 13,809 und auf den Vermögenshaushalt ca. 1,655 Mio. €. Der Höchstbetrag der Kassenkredite ist identisch mit den letzten Jahren auf 1,9 Mio. € veranschlagt.

Im Verwaltungshaushalt sind die Einnahmen bei der Gewerbesteuer mit 1,05 Mio. € und bei der Grundsteuer mit insgesamt 790.000,– € veranschlagt. Die Hebesätze für beide Steuerarten möchten wir, wie sie seit dem 1. Januar 2010 festgesetzt wurden, auch in diesem Jahr wieder unverändert belassen. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer ist nach der Steuerschätzung mit 4,450 Mio. € eingeplant. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer ist mit 205.000,– € veranschlagt. Die Finanzzuweisungen werden mit rund 2,7 Mio. € erwartet. Das Gebührenaufkommen und die Einnahmen aus gebührenähnlichen Einnahmen belaufen sich auf 565.000,– €, was einem Anteil von ca. 4,1 % an den Einnahmen des Verwaltungshaushaltes entspricht.

Bei den Ausgaben liegen die Schwerpunkte naturgemäß wieder in der Unterhaltung des städtischen Vermögens und sind in den Sammelnachweisen zum Haushaltsplan aufgegliedert. Der Personalaufwand ist mit 4,084 Mio. € geplant auf der Basis des Rechnungsergebnisses 2017 sowie den Entwicklungen des Jahres 2018 und den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst.

Die Einnahmen im Vermögenshaushalt kommen neben der schon genannten Zuführung vom Verwaltungshaushalt und der ebenfalls schon ausgeführten Entnahme aus den Rücklagen aus Zuweisungen und Zuschüssen für die Stadtsanierung IV, den Bau der Mensa, die Sanierung vom Großen Haus sowie zur Medienausstattung der Realschule. Die investiven Ausgaben sind mit insgesamt 1,655 Mio. € eingestellt. Darunter fallen als größte Posten der Bau der Mensa, die Maßnahmen innerhalb der Stadtsanierung IV, der Ausbau der Mörikestraße und eines Teilbereiches der Straße Ziegelrain, die Sanierung vom Großen Haus sowie die Erschließung vom Baugebiet Hofackerweg in Kappishäusern.

Nicht verschweigen möchte ich natürlich, dass wir in unserem Planentwurf in diesem Jahr erstmals mit der Zahlung in unseren Hochwasserschutzfonds aussetzen wollen. Wir denken, dass wir da in den letzten Jahren durch unsere jährlichen Einzahlungen von jeweils 30.000,– € einen soliden Grundstock angelegt haben und es uns auch mal für 2 oder 3 Jahre erlauben können, auf eine weitere Aufstockung zu verzichten. Wenn es aber der allgemeine Wunsch des Gemeinderates ist, auch 2019 weiterhin einzuzahlen, so pflegen wir dies selbstverständlich in den Haushaltsentwurf noch ein mit den sich daraus dann natürlich zwangsläufig ergebenden Veränderungen bei den korrespondierenden Haushaltsstellen.

Ich bedanke ich mich nicht nur an dieser Stelle bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im gesamten Hause, insbesondere und federführend bei unserem Kämmerer Bernd Eggstein und seiner Stellvertreterin Tanja Schöllhammer für das ausführliche Zahlenwerk. Herr Eggstein wird Ihnen nun gerne seinen zweiten Haushalt der Stadt Neuffen im Detail erläutern und zusammen mit uns am Vorstandstisch für Ihre Fragen zur Verfügung stehen.

1 2 3 10